Bevölkerung verlangt selbstbewusstere Politik gegenüber der EU

Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer spricht sich für eine Weiterentwicklung der Beziehungen mit der EU aus, aber nicht um jeden Preis. Das Rahmenabkommen hat an Rückhalt verloren.

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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind seit längerer Zeit in der Schwebe. Streitpunkt ist das institutionelle Rahmenabkommen.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind seit längerer Zeit in der Schwebe. Streitpunkt ist das institutionelle Rahmenabkommen.

Keystone

(rwa) Eine stabile Beziehung zur EU ist für die Schweizer Stimmberechtigten zentral. 76 Prozent erachten die bilateralen Verträge als eher oder sehr wichtig. Zu diesem Schluss kommt das am Montag veröffentlichte Europa Barometer der Grossbank Credit Suisse. Eine klare Mehrheit (65 Prozent) der Befragten befürwortet eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit der EU. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung gar um 13 Prozentpunkte gestiegen. Dagegen möchte nur jeder achte Befragte sich von der EU entfernen.

An Rückhalt verloren hat dagegen das Rahmenabkommen. Aktuell ist für 53 Prozent der Befragten ein institutionelles Abkommen die erste Priorität, um die bilateralen Verträge fortzusetzen. Gegenüber 2019 entspricht das einem Rückgang von 10 Prozentpunkten. Ein Drittel will das Rahmenabkommen neu verhandeln.

Das hängt wohl auch damit zusammen, dass das Schweizer Stimmvolk zunehmend der Meinung ist, dass die Schweizer Politik gegenüber dem Ausland zu wenig selbstbewusst auftritt. 69 Prozent der Befragten erachten das Auftreten als sehr oder eher defensiv. Das sind 24 Prozentpunkte mehr als noch vor drei Jahren. Eine deutliche Mehrheit von 73 Prozent wünscht sich dagegen, dass sich die Schweizer Politik eher oder viel offensiver gegenüber dem Ausland verhält.

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