Bahn
Spatenstich für Ligerztunnel: SBB wollen die Romandie näher an Zürich rücken

Die Bauarbeiten für den Ligerztunnel am Bielersee haben begonnen. Mit dem Projekt soll die Bahnlinie am Nordufer mehr Kapazität erhalten. Ziel ist ein Halbstundentakt.

Peter Walthard
Drucken
Der Ausbau auf Doppelspur hat begonnen: ICE-Komposition am Bahnhof Ligerz. (Archiv)

Der Ausbau auf Doppelspur hat begonnen: ICE-Komposition am Bahnhof Ligerz. (Archiv)

Keystone

Noch ist die Strecke entlang des Nordufers des Bielersees ein Engpass im nationalen Fernverkehr der SBB. Sie verbindet die Zentren Basel und Zürich mit Lausanne und Genf. Bislang gibt es auf der Strecke aber nur eine Spur. Die Züge können nicht kreuzen. Bei Verspätungen führt dies zu Problemen. Nun bauen die SBB die Jurasüdfusslinie auf einer Strecke von 4,5 Kilometer auf Doppelspur aus.

Mit dem Bau des 2,1 Kilometer langen Ligerztunnels könne der zunehmende Verkehr auf der Strecke aufgefangen und die Fahrplanstabilität verbessert werden, heisst es in einer SBB-Mitteilung zum Spatenstich, der am Dienstag im Beisein des Berner Regierungsrats Christoph Neuhaus erfolgte. Damit soll unter anderem der Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Neuenburg und Biel eingeführt werden können, ohne den Güterverkehr zu beeinträchtigen.

Auch die Anwohnenden sollen vom Bau profitieren. Sie würden dadurch besser vor Lärm geschützt. Ausserdem soll die noch aus dem Jahr 1861 stammende Strecke am Seeufer weggerissen werden. Dadurch werden 31'000 Quadratmeter für Grünzonen, Weingärten und die öffentliche Nutzung frei.

431 Millionen Franken aus dem Bahninfrastrukturfonds

Der Bau des Ligerztunnels hat eine lange Vorgeschichte. Schon 1942 plante die SBB den Doppelspurausbau der 1860 eröffneten Jurasüdfusslinie. 1957 wurde das Projekt jedoch zugunsten des Ausbaus der Kantonsstrasse zurückgestellt. Erst 2013 wurde es neu aufgelegt. Der eigentliche Tunnelbau beginnt 2023.

Die Inbetriebnahme der Doppelspur ist auf 2026 geplant. Die Kosten beziffert die SBB auf 431 Millionen Franken, inbegriffen ist dabei der Ausbau des Bahnhofs Twann. Die Gelder stammen aus dem 2014 im Rahmen der Fabi-Vorlage an der Urne bewilligten Bahninfrastrukturfonds.