BAG
Task-Force-Chef Ackermann: «Wenn sich alle impfen lassen würden, wäre die Pandemie in 8 Wochen vorbei»

Am Point de Presse zum Coronavirus warben die Experten des Bundes einmal mehr für die Impfung. Würden sich alle piksen lassen, wäre demnach bereits im Herbst die Normalität wieder Tatsache.

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«Die Schweiz hat die besten Impfstoffe der Welt und eine beeindruckende Impfinfrastruktur aufgebaut», rief Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task-Force des Bundes, noch einmal eindringlich zur Impfung auf. Zwar gebe es einen «Plan B», falls die Ansteckungen und Hospitalisationen wieder ansteigen. «Doch der einfachste und beste Weg gegen dieses Szenario ist die Impfung», so Ackermann am Dienstag vor den Medien in Bern:

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Laut dem Wissenschafter wäre es demnach möglich, die Pandemie in der Schweiz innert 8 Wochen zu beenden. Dies, wenn sich alle impfen lassen würden. Doch seien weiterhin 3 Millionen Menschen in der Schweiz nicht immun. Ein Impfobligatorium sei aber kein Thema, so Martin Ackermann. Dies auch wenn die Task-Force im Vergleich zu anderen Impfungen noch Potenzial sehe. Bei anderen Krankheiten, wogegen geimpft wird, sei die Durchimpfung nämlich höher. Sollte sich aber jemand bewusst gegen eine Impfung entscheiden, «so gilt es das zu respektieren», sagte Ackermann.

Fallzahlen steigen langsamer

Auf den positiven Effekt der Corona-Impfungen verwies auch Virginie Masserey: «Der Anstieg der Neuansteckungen verlangsamte sich ein bisschen in den letzten zwei Wochen», sagte die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Sie nehmen aber weiter zu.» Dass die Infektionszahlen zwar wieder hoch sind, gleichzeitig sich die Hospitalisationen aber weiterhin auf tiefem Niveau bewegen, führt Masserey denn auch auf die Impfung zurück.

Auch der Bund beobachte derzeit eine Verlangsamung bei der Impfbereitschaft. «Alle, die sich impfen lassen wollen, können sich derzeit impfen lassen. Es gibt genügend Impfstoff und freie Termine», sagte Virginie Masserey. Sollte die Nachfrage steigen, werde man die Lagerbestände zurückfahren.

Kantone wollen Impfung attraktiver machen

«Geimpfte erkranken deutlich weniger und schwere Verläufe sind bei geimpften Personen sehr selten», weibelte auch die Berner Kantonsärztin Linda Nartey für den Pieks. Die Kantone würden derzeit Massnahmen prüfen, wie die Impfbereitschaft gesteigert werden kann. Etwa durch niederschwellige Angebote in den Gemeinden.

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Noch ist aus Sicht der Bundes-Experten der Punkt allerdings nicht erreicht, an dem sich alle, die wollen, auch impfen lassen konnten. Das ist einer der entscheidenden Punkte für den Übergang in die «Normalisierungsphase». Diese hatte der Bundesrat für Ende August in Aussicht gestellt – aber eben nur, wenn die Bedingungen dazu erfüllt sind. Schliesslich sei es aber am Bundesrat zu entscheiden, wann dieser Übergang passiere, so Virginie Masserey. Normalisierung bedeute aber auch «noch nicht Normalität», so die BAG-Spitzenfrau. (mg)

Wann ist die dritte Impfung fällig? Das sagen die Experten:

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