Ausländerstatistik
Migration: Pandemie wirkt sich auf die Zu- und Auswanderung aus

Sowohl die Zu- als auch Auswanderungen gingen in der Schweiz im Jahr 2020 zurück – auch wegen der Coronapandemie. Insgesamt lebten Ende Jahr 2,2 Millionen Ausländer in der Schweiz.

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Die Coronapandemie wirkte sich auf die Migration in der Schweiz aus.

Die Coronapandemie wirkte sich auf die Migration in der Schweiz aus.

Keystone

(abi) Die Coronapandemie hat Einfluss auf die Migration in der Schweiz. Die Zuwanderung in die ständige ausländische Wohnbevölkerung nahm im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 2,6 Prozent auf knapp 137'000 Personen ab. Während mehr Personen aus der EU, der EFTA und dem Vereinigten Königreich einwanderten, sank die Zahl bei den Drittstaatsangehörigen. Dies teilte das Staatssekretariat für Migration SEM am Donnerstag mit.

Im ersten Quartal verzeichnete die Schweiz wegen der guten Konjunkturaussichten eine relativ starke Zuwanderung, die dann im zweiten Quartal wegen der Corona-Schutzmassnahmen zurückging. Im dritten und vierten Quartal stellte das SEM Nachholeffekte fest – vor allem Studierende kamen wieder vermehrt in die Schweiz. Aber: Wegen den Betriebsschliessungen in gewissen Branchen seien deutlich weniger Personen eingewandert, um hier zu arbeiten.

Weniger Personen wanderten aus

Gleichzeitig sank die Auswanderung der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung um 12,1 Prozent: Gut 70'000 Personen haben die Schweiz verlassen. Das sind 9703 weniger als im Vorjahr. Die Auswanderung ging vor allem im zweiten und dritten Quartal stark zurück. Gemäss SEM ist das auf die Pandemie, den schwierigen Arbeitsmarkt und das allgemeine Klima der Unsicherheit zurückzuführen.

Die stark rückläufige Auswanderung hat gemäss SEM zu einem Wanderungssaldo – die Differenz zwischen Zu- und Auswanderung – von 61'390 Personen geführt. Das sind 6373 Personen mehr als im Vorjahr. Insgesamt lebten per Ende Dezember 2,15 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, wobei die Italienerinnen und Italiener mit knapp 330'000 Personen die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe stellen. 33'873 Personen wurden im vergangenen Jahr eingebürgert.