Afghanistan
Flüchtlingshilfe und die Grünen kritisieren Bundesrat – Schweiz soll 10'000 Menschen aufnehmen

Der Bundesrat will 280 Personen aus Afghanistan aufnehmen. Das reiche nicht, kritisieren die Flüchtlingshilfe und die Grünen. Letztere fordern die Aufnahme von mindestens 10’000 Menschen.

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Afghaninnen und Afghanen bestürmen verzweifelt den Flughafen in der Hauptstadt Kabul, nachdem die Taliban das Land eingenommen haben.

Afghaninnen und Afghanen bestürmen verzweifelt den Flughafen in der Hauptstadt Kabul, nachdem die Taliban das Land eingenommen haben.

Keystone

Die Landesregierung zeigt sich besorgt über die aktuelle Lage in Afghanistan. Am Mittwoch informierten Aussenminister Ignazio Cassis und Justizministerin Karin Keller-Sutter, dass die Schweiz etwa 280 Personen, die einen Bezug zur Schweiz haben, ausser Landes schaffen will. Doch das reiche nicht, finden die Schweizerische Flüchtlingshilfe und die Grünen.

Die Hilfsorganisation begrüsst zwar den Schritt des Bundesrates, doch dabei dürfe er es nicht bewenden lassen. Zusätzlich brauche es humanitäre Soforthilfe, Visaerleichterungen für afghanische Geflüchtete, beschleunigte Familienzusammenführungen und ein zusätzliches Resettlement-Kontingent für humanitäre Notlagen, wie es in einer Stellungnahme heisst.

Kritik erntet der Bundesrat auch von den Grünen. Es sei ein «Hohn», 280 Personen aufzunehmen, während Millionen Menschen sich in Gefahr befänden, lässt sich Parteipräsident Balthasar Glättli zitieren. «Wir Grüne fordern die Aufnahme von mindestens 10’000 Menschen, die besonders bedroht sind.» Darüber hinaus soll die Schweiz die Einreise von Angehörigen von afghanischen Staatsbürgern, die sich bereits in der Schweiz aufhalten, erleichtern. Ähnliches fordert die HEKS: Die Schweiz soll 5000 besonders verletzliche Personen aus Afghanistan aufnehmen, heisst es in einer Mitteilung des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz. (dpo)

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