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Zwei Mal Ja: Umweltorganisationen setzen sich für Pestizid-Initiativen ein

Ein Komitee aus verschiedenen Umweltverbänden hat am Mittwoch seine Kampagne für die Pestizid- und die Trinkwasserinitiative gestartet. Diese sollen Wasser, Boden und Gesundheit schützen.

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Pestizide gefährden die Biodiversität in Kulturland und Wasser, argumentieren die Befürworter der beiden Initiativen.

Pestizide gefährden die Biodiversität in Kulturland und Wasser, argumentieren die Befürworter der beiden Initiativen.

Keystone

(agl) Die Initiativen zeigten mögliche Wege auf, wie den Herausforderungen der heutigen Landwirtschaft begegnet werden kann, schreibt das Ja-Komitee in einer Medienmitteilung. Sie seien ein wichtiger Schritt vorwärts, nachdem das Parlament die Reform der Schweizer Agrarpolitik sistiert und «damit die Entwicklung einer ökologischeren und gesünderen Landwirtschaft auf Jahre hinaus blockiert» habe.

Würden die Initiativen angenommen, würde die Umwelt kaum mehr mit giftigen Pestiziden belastet, der übermässige Einsatz von Antibiotika gestoppt und die Überdüngung gebremst, schreiben die Befürworter weiter. Wissenschaft, Forschung und Praxis könnten sich während den Umstellungszeiten von 8 und 10 Jahren an die bevorstehenden Veränderungen anpassen.

Pestizidfreie Schweiz zum Schutz der Biodiversität

«Pestizide schädigen die Biodiversität im Kulturland und im Wasser. Darunter leiden Tiere, Pflanzen und ganze Ökosysteme», wird Sarah Pearson Perret, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Natura, in der Mitteilung zitiert. Die Biodiversität in der Schweiz brauche die beiden Initiativen. Neben Pro Natura haben sich unter anderem auch Greenpeace, WWF, BirdLife Schweiz sowie der Schweizerische Fischerei-Verband dem Ja-Komitee angeschlossen.

Die Schweiz stimmt am 13. Juni über die beiden Initiativen ab. Die Trinkwasser-Initiative fordert, dass der Bund künftig nur noch Direktzahlungen an Betriebe zahlt, welche keine Pestizide einsetzen. Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» will den Einsatz synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft nach Ablauf einer zehnjährigen Frist komplett verbieten. Darüber hinaus fordert sie ein Importverbot für sämtliche Produkte, die Pestizide enthalten oder damit hergestellt wurden.

Der Bundesrat lehnt beide Anliegen ab, weil diese seiner Meinung nach zu weit gehen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin warnte am Dienstag vor den Medien davor, dass eine Annahme der Initiativen zu einer Verschlechterung der Versorgungssicherheit führen könne. Ein Importverbot für Produkte, welche mithilfe von Pestiziden hergestellt wurden, könne zudem Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie gefährden.