Abstimmung vom 13. Februar
Breite Koalition will Jugend vor Tabak schützen

«Nicht neugierig machen»: Eine breite Koalition will Kinder und Jugendliche vor Tabakwerbung schützen. Sie sprechen sich daher für die Initiative «Kinder ohne Tabak» aus.

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Die Initianten reichten ihr Anliegen im September 2019 ein. (Archivbild)

Die Initianten reichten ihr Anliegen im September 2019 ein. (Archivbild)

Keystone

Nachdem am Donnerstagmorgen die Gegner der Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ihre Argumente präsentierten, folgte am Nachmittag die Trägerschaft des Begehrens. Die Initianten fordern, dass Kinder und Jugendliche «endlich» vor der Tabakwerbung geschützt werden. Da Minderjährigen künftig keine Zigaretten und Co. verkauft werden dürfen, sollen sie auch nicht von Tabakwerbung erreicht und neugierig gemacht werden, wie es in einer Mitteilung heisst.

Unterstützt wird die Initiative von einer breiten Koalition: die gesamte Ärzteschaft, alle grossen Gesundheitsorganisationen und die Dachverbände der Sport- und Jugendorganisationen. Auch die Lehrerschaft, viele weitere Organisationen und die Parteien SP, Grüne, GLP, EVP und EDU unterstützen das Anliegen. Die Schweizer Stimmbevölkerung kann am 13. Februar darüber befinden.

Für die Unterstützer ist klar: Der Tabakkonsum ist die grösste vermeidbare Todesursache in der Schweiz. «Wer heute mit Rauchen beginnt, riskiert in späteren Jahren chronische Krankheiten wie Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Krebs», wird Solange Peters von der Krebsliga Schweiz in der Mitteilung zitiert. Gleichzeitig verursache der Konsum jedes Jahr direkte Kosten von 3 Milliarden Franken im Gesundheitswesen.

Verbot von Tabakwerbung kommt vors Volk.

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Schweiz hinkt Europa hinterher

Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher greift vor dem 18. Geburtstag zum Glimmstängel. Für Alexander Möller vom Zürcher Kinderspital ist das wenig überraschend. «Das Tabakmarketing zielt ja auf die Jugendlichen. Denn nach dem 21. Altersjahr fängt niemand mehr mit dem Rauchen an», sagt er. Die Schweiz sei das letzte Land in Europa, in dem Jugendliche noch so von der Tabakindustrie umworben werden dürfen.

Der indirekte Gegenvorschlag, das neue Tabakproduktegesetz, ändert laut den Initianten wenig an der Situation. Heute sei Tabakwerbung dort, wo die Jugendlichen sind, also im Internet, den Sozialen Medien, in Gratiszeitungen und an Festivals. Für sie sei Tabakwerbung omnipräsent. «Genau diese Werbung lässt das neue Tabakproduktegesetz weiterhin zu», sagt Andrea Trummer von der Lungenliga. «Das Parlament hat also gezielt den Schutz der Jugendlichen vernachlässigt.»

Für die Trägerschaft der Initiative ist daher klar: Der einzige Weg, um die Kinder und Jugendlichen zu schützen, ist ein Ja zur Initiative. (abi)

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