Abstimmung
Obst- und Gemüseproduzenten wehren sich gegen die Pestizid-Initiativen

Obst-, Gemüse- Gärtnerverband haben gemeinsam eine Kampagne gegen die beiden Pestizid-Initiativen lanciert. Sie warnen vor sinkendem Angebot und steigenden Preisen.

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Verschiedene Verbände aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie kämpfen gegen die Pestizid-Initiativen. (Symbolbild)

Verschiedene Verbände aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie kämpfen gegen die Pestizid-Initiativen. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Die beiden Agrar-Initiativen seien schädlich für die gesamte Schweizer Wirtschaft, schreiben die Initianten am Donnerstag in einer Medienmitteilung. «Da Produzentinnen und Produzenten ihre Kulturen ohne Pflanzenschutzmittel nicht mehr gegen Krankheiten und Schädlinge schützen können, sinkt das Angebot an regionalen Produkten und die Preise steigen.»

«Bereits heute wird viel getan, um Umwelt, Wasserqualität und Mensch zu schützen. Die extremen Agrar-Initiativen verkennen diese Fortschritte und verhindern kontinuierliche Innovation», wird FDP-Nationalrätin und Obstverband-Vorstandsmitglied Simone de Montmollin in der Mitteilung zitiert.

Neben dem Schweizer Obstverband gehören auch der Verband Schweizer Gemüseproduzenten, der Gärtnerverband JardinSuisse sowie die Swiss Convenience Food Association zum Gegnerkomitee «IG Zukunft Pflanzenschutz». Unterstützt wird ihre Kampagne laut Mitteilung auch vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und vom Schweizer Konsumentenforum.

Bundesrat warnt vor Arbeitsplatzverlusten

Die Schweiz stimmt am 13. Juni über zwei Initiativen ab, die Pestizide zum Thema haben. Die Trinkwasser-Initiative fordert, dass der Bund künftig nur noch Direktzahlungen an Betriebe zahlt, welche keine Pestizide einsetzen. Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» will den Einsatz synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft nach Ablauf einer zehnjährigen Frist komplett verbieten. Darüber hinaus fordert sie ein Importverbot für sämtliche Produkte, die Pestizide enthalten oder damit hergestellt wurden.

Der Bundesrat lehnt beide Anliegen ab, weil diese seiner Meinung nach zu weit gehen. Wirtschaftsminister Guy Parmelin warnte wie die Gegner am Dienstag vor den Medien davor, dass eine Annahme der Initiativen zu einer Verschlechterung der Versorgungssicherheit führen könne. Ein Importverbot für Produkte, welche mithilfe von Pestiziden hergestellt wurden, könne zudem Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie gefährden. Unterstützt werden die beiden Initiativen von verschiedenen Schweizer Umweltorganisationen, darunter Pro Natura und WWF Schweiz. Sie haben ihre Kampagne am Mittwoch gestartet.