Tag der Arbeit
Bundesräte Sommaruga und Berset rufen zu Solidarität auf

Die Bundesräte Simonetta Sommaruga und Alain Berset fordern am 1. Mai, dass Arbeit anständig entlöhnt und Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern geschaffen wird.

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte Verkaufspersonal in Lausanne.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte Verkaufspersonal in Lausanne.

Keystone

(abi) Bundesrätin Simonetta Sommaruga besucht zum 1. Mai jeweils Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplätzen. Nach der Pflege im vergangenen Jahr reiste sie diesmal nach Lausanne und stattete dem Verkaufspersonal einen Besuch ab. «Ich habe bei den über 300'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Detailhandel gesehen, dass die Arbeitsbedingungen gerade während der Coronapandemie teilweise schwierig waren», sagte sie am Samstag in einem Beitrag des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Verkäuferinnen hätten unter anderem Angst gehabt, zur Arbeit zu kommen, sich dort anzustecken oder ihre Arbeit zu verlieren.

Die Bundesrätin betonte, dass es ein wichtiges Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebe, dieses aber klare und gut geregelte Arbeitsbedingungen benötige. «Wenn man von den Arbeitnehmern Flexibilität verlangt, dann muss auch die andere Seite Flexibilität zeigen», sagte sie.

In der Schweiz herrschen teilweise prekäre Arbeitsbedingungen mit tiefen Löhnen, von denen vor allem Frauen betroffen seien, wie Sommaruga sagte. «Dort muss rechtliche Klarheit geschaffen werden. Prekäre Arbeitsbedingungen darf es nicht mehr geben.» Und auch bei der Lohngleichheit müsse vorwärts gemacht werden.

Dem schloss sich Bundesrat Alain Berset in seiner Grussbotschaft auf Twitter an. Auch Frauen hätten ein Recht auf gute Arbeitsbedingungen und anständige Löhne. «Die Ungleichheit droht weiter zuzunehmen und die Chancengleichheit rückt in den Hintergrund», sagte Berset und sprach von Rückschritten. «Jobs mit tiefen Löhnen sind besonders gefährdet.» Die aktuelle Krise treffe vor allem die Frauen. Dabei arbeiten gerade überwiegend Frauen in Berufen, «die unsere Gesellschaft stützen».

Berset rief daher zu Solidarität auf. «Die Krise mag gross sein, unsere Solidarität ist grösser», sagte er.