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40 Jahre Subaru in der Schweiz: «Ich habe Ihnen etwas zu sagen»

So werden Legenden geschaffen. Vor 40 Jahren war der Leone von Subaru der Erste mit Allradantrieb – und Bernhard Russi der Mann der Stunde. Heute ist er beim Autohersteller Markenbotschafter auf Lebenszeiten.

Markenbotschafter gibt es heute wie Sand am Meer. Das war nicht immer so. Hand aufs Herz, wer kennt heute einen Markenbotschafter, eine Markenbotschafterin und kann ihn oder sie mit dem richtigen Produkt in Verbindung bringen? Klar, Roger Federer, Kaffeemaschinen von Jura und viele andere Produkte. Und sonst? Spontan kommt mir nur Bernhard Russi in den Sinn. Das hat einen guten Grund. In der Masse heutiger Botschafter geht vergessen, dass Russi damals bei Subaru eine absolute Ausnahmeerscheinung war. Vor ihm hatte sich nach heutigem Wissensstand keine Automarke in der Schweiz um einen Botschafter gekümmert.

Geplant gewesen war allerdings nichts mit Subaru. So kann als glücklicher Zufall gewertet werden, dass Russi nur wenige Tage, bevor Subaru am 9. Februar 1979 offiziell in der Schweiz startete, zu Besuch bei Walter Frey in Zürich war. Es ging um einen Vertrag für die Zusammenarbeit als Botschafter für British Leyland.

Bei den Engländern hatte der Importeur mit einigen Qualitätsproblemen zu kämpfen und suchte mit dem Schweizer Skihelden eine positive Stimme für Jaguar und Co. Der Vertrag lag bereit, doch Walter Frey wollte Russi vor der Unterzeichnung noch kurz «etwas zeigen».

Mit dem ersten Schweizer Subaru Leone – der Leone war überhaupt der erste Personenwagen mit Allradantrieb – fuhr Walter Frey mit Russi über Stock und Stein die Waldegg Richtung Üetliberg hoch. Auf dem Weg zurück nach Zürich meint der Urner Skirennfahrer nur: «Das wäre doch eigentlich das passendere Auto mit mir ...» Der bereits für ihn bestellte Jaguar sei zwar tatsächlich sein Traumwagen gewesen, sagt er noch heute, doch der damals 31-Jährige konnte sich der praktischen Faszination, die der Allradantrieb auf ihn als «Bergler» ausübte, nicht entziehen. Oder wie er in einer frühen TV-Werbung meinte, ein echter Allzweckwagen. Walter Frey fackelte nicht lang. Er nahm das Lineal, strichen British Leyland im Vertrag durch und schrieb «Subaru» darüber.

Konstanz ist Trumpf

Die Verbindung hat gehalten, 40 Jahre lang! Vor rund drei Jahren wurde man schliesslich der dauernden Vertragsverlängerungen müde, und Walter Frey und Bernhard Russi einigten sich darauf, die Kooperation auf Lebenszeit festzulegen. War Russi nie versucht gewesen, die Marke zu wechseln? «Nein, nie.»

Auch wenn zuweilen diskrete Anfragen bei ihm eingegangen seien. Aber mit einem Wechsel mache man seinen eigenen Namen, seine persönliche Marke kaputt, ist Russi überzeugt. Für ihn sei es immer wichtig gewesen, dass er sich mit den Produkten, für die er sich hinstellte, identifizieren konnte. «Und ich halte es für unglaubwürdig, heute für Subaru hinzustehen und dann auf eine andere Marke zu wechseln», erklärt er. Zudem ist er überzeugt, dass sich der Erfolg, den das Duo Russi/Subaru hatte, bei keiner anderen Marke hätte wiederholen lassen.

Hohe Ansprüche an sich

Mit Blick auf Partnerschaften ausserhalb des Automobils nennt Russi eine Mindestvertragsdauer von drei Jahren als weiteren Grundsatz für ein Markenengagement. «Kürzer bringt einer Zusammenarbeit wenig, denn als Gespann muss man sich ja erst einmal bekannt machen und sich so weit etablieren, dass in den Köpfen der Menschen auch ein nachhaltiger Link entstehen kann.» Der Versuchung des schnellen Geldes widersetzte er sich stets, baute lieber auf Konstanz. «Eine einmalige hohe Summe ist für mich weniger nachhaltig als ein längerfristiges Honorar auf ‹gesittetem› Niveau», sagt Bernhard Russi. Es ist für ihn auch Ausdruck seines familiären Hintergrunds, von Werten und Überzeugungen, die ihm zu Hause in Andermatt nähergebracht worden waren.

Heute ist Russi neben Subaru Partner unter anderem von Visilab, Intersport und Bogner. Russi ist aber auch seiner Passion Ski treu geblieben und seit 1993 technischer Berater der Skifirma Völkl, während er seit 1980 für den internationalen Skiverband FIS auf der ganzen Welt unterwegs ist als Technischer Experte und Pistendesigner.

Die Streag als Importeur von Subaru zeigte sich vor 40 Jahren übrigens sehr innovativ und liess Russi während einer Woche für eine Werbung eine besondere Spannung aufbauen. In unterschiedlichen Formulierungen machte er die Schweiz gluschtigt: «Ich habe Ihnen etwas zu sagen!» Dann folgte der erste TV-Spot für Subaru in heute kaum mehr vorstellbarer Länge von über drei Minuten. So werden Legenden geschaffen. Happy Birthday, Subaru Schweiz!

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