Mit Forderungen nach aktiverer Einbürgerung und mehr Öffnung hat der Wirtschaftsführer Walter Kielholz in der Zeitung «Der Sonntag» überrascht. Positiv werden seine Ideen nun in Wirtschaftskreisen aufgenommen. Bei der UBS findet man die Idee nachvollziehbar und kann sich gar vorstellen, dass diese Forderung bei allen grossen internationalen Unternehmen, zu deren Belegschaft viele Ausländer gehören, auf Zustimmung stösst.

Auch beim Wirtschaftsverband Economiesuisse heisst es: «Wünschenswert.» Weniger positiv reagieren die Politiker aus dem bürgerlichen Lager. Vor allem die Forderung nach einer weniger restriktiven Einbürgerungspraxis stösst auf Widerstand und Unverständnis. Obwohl die Schweiz vermehrt auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen sei, löse aktiveres Einbürgern die Probleme nicht, so der Tenor aus dem bürgerlichen Lager. Nicht erleichtern, sondern eher noch verschärfen wollen die Vertreter von FDP, CVP und SVP.

Einzig die Linke zeigt sich erfreut über die Forderungen von ungewohnter Seite: «Es erstaunt mich aber eigentlich nicht, dass diese Forderung aus der Wirtschaft kommt», sagt SP-Nationalrätin Silvia Schenker. «Wir müssen ja ein Interesse haben, dass gerade qualifizierte Arbeitskräfte auch bleiben.» Wenn jemand die Staatsbürgerschaft wolle, habe er wohl kaum im Sinn, wieder irgendwo anders hinzugehen, so die National-ätin.