Brandserie beunruhigt Rupperswil

Feuerteufel geht in Rupperswil um

Feuerteufel geht in Rupperswil um

Unheimliche Brandserie in Rupperswil: Zuerst wurde im neuen Feuerwehrmagazin an vier Orten gezeuselt, am letzten Sonntag brannte das Schützenhaus nieder. Doch das ist noch nicht alles: Es gab sogar einen Brandanschlag auf die Sporthalle.

Michael Spillmann

Erich Hediger, der Kommandant der Feuerwehr Rupperswil-Auenstein, ist beunruhigt: «Ein schlimmes Gefühl, diese Ungewissheit, wenn man weiss, dass es plötzlich wieder irgendwo brennen könnte.» Am Wochenende brachten der Kommandant und 60 Feuerwehrmänner den Grossbrand im Rupperswiler Schützenhaus unter Kontrolle. Das Gebäude wurde durch das Feuer total zerstört. Alles spricht für Brandstiftung - beim Holzstapel vor dem Eingang wurde bereits im Herbst 2008 Feuer gelegt.

Was die Feuerwehrmänner während ihres Einsatzes in der Nacht auf Montag noch nicht wussten: Am Wochenende hatte der unheimliche Feuerteufel sogar versucht, die Sporthalle in Brand zu setzen. «Glücklicherweise wurde beim Bau des Gebäudes schwer brennbares Material verwendet», sagt Gemeindeschreiber Hans Zuber zur MZ. Der oder die Täter warfen nach ersten Erkenntnissen beim Brandanschlag Anzündwürfel durch ein gekipptes Fenster in den Abwartraum im Erdgeschoss. «Der angerichtete Sachschaden ist aber nur gering», erklärt der Gemeindeschreiber. Später zündete der Feuerteufel auch einen Robidog-Behälter bei der Waldhütte an.

5000 Franken Belohnung ausgesetzt

Eine konkrete Spur haben die Ermittler noch nicht. Die Kantonspolizei hielt sich gestern - nach Absprache mit den Rupperswiler Behörden - mit Informationen zur Brandserie zurück. «Aus ermittlungstaktischen Gründen sagen wir nichts zum Vorgehen der Täter», so Info-Chef Rudolf Woodtli. Nicht so die Rupperswiler: Sie haben genug vom Feuerteufel und gehen in die Offensive. Die Gemeinde hat deshalb eine Belohnung von 5000 Franken für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen.

Im Feuerwehrmagazin Brände gelegt

Die Beunruhigung in der Gemeinde ist nicht unbegründet. Bereits vor den Brandstiftungen beim Schützenhaus und bei der Sporthalle schlug der Feuerteufel zu. Und dies nicht irgendwo, sondern im Feuerwehrmagazin im neuen Mehrzweckgebäude (MZ vom 1. 7. 2009). Der Bau stand Ende Juni kurz vor der Vollendung, als sich die Brandstifter in der Nacht ins damals noch frei zugängliche Magazin schlichen. Vor und im Gebäude wurden schliesslich an insgesamt vier Orten Verpackungsmaterial oder auf Paletten aufgestapelte Deckenelemente in Brand gesetzt. Obwohl die Feuerwehr rasch vor Ort war, belief sich der Gesamtsachschaden auf rund 120 000 Franken. Die Kantonspolizei vermutete die Täter «im Kreise Jugendlicher». Bereits damals hatte die Gemeinde Rupperswil eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt - ohne Erfolg.

Patrouillen und Videoüberwachung

Darauf hoffen, dass sich der Feuerteufel verraten könnte, wollen die Rupperswiler Behörden nicht. Als Sofortmassnahme intensiviert die Polizei ihre Patrouillen und es gibt auch Videoüberwachungen. Gemeindeschreiber Hans Zuber: «Was es sonst noch gibt, verraten wir nicht. Wir bitten zudem die Bevölkerung um vermehrte Aufmerksamkeit.»

Die Situation ist auch für die Feuerwehr nicht einfach. Erst brannte es in ihrem eigenen Magazin, jetzt hofft sie, dass der Täter gefasst wird. «Für unsere Leute ist es eine Belastung», so Feuerwehrkommandant Erich Hediger.

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