Leserbrief
Wohneigentum sollte gefördert werden

«Am Markt vorbeigeplant», Ausgabe vom 19. Dezember

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Dass die Pensionskassen aufgrund ihres Anlagenotstandes massgeblich mithelfen, in Immobilien zu investieren, deren Vermietung dann harzt, überrascht nicht. Diese Anlagestrategie könnte schlussendlich die Anspruchsberechtigten bei den Pensionskassen, das heisst die späteren Rentner, schädigen. Unvermietbare Immobilien zu erstellen führt längerfristig, wie beim überhitzten Aktienmarkt, zu Blasen.

Die Pensionskassen sollten deshalb ihre Anlagestrategie überdenken. Anstatt an einer Überhitzung des Wohnungsbaus mitzuwirken, wäre es vernünftiger, das Wohneigentum zu fördern.

Die Pensionskassen könnten Parzellen kaufen und diese anschliessend, in enger Zusammenarbeit mit zukünftigen Wohnungseigentümern, überbauen. Das gleiche Vorgehen müsste beim Kauf und Umbau von bestehenden Liegenschaften zum Zuge kommen. Damit würden die zu überbauenden oder zu renovierenden Häuser die Wünsche der künftigen Bewohner besser berücksichtigen.

Der Vorbezug von Pensionskassen-Guthaben würde den Anlagenotstand der Pensionskassen lindern. In der Schweiz wohnen rund 37 Prozent der Haushalte in den eigenen vier Wänden, während es in unserem südlichen Nachbarland Italien mit 72 Prozent beispielsweise doppelt so viele sind. Ein steigender Anteil von Wohnungseigentümern wäre staatspolitisch wichtig.

Hans-Ruedi Brunner, Luzern