Leserbrief
Wieviel Wert hat ein Land?

Zur Abstimmung über die Kanti Ennetsee vom 10. Februar

Daniel Holenstein, Cham
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Das Land des Allmendhofes soll für eine Kanti Ennetsee eingezont werden. Dafür soll ein Landpreis von 39,7 Millionen bezahlt werden, was einem Quadratmeterpreis von 1100 Franken entspricht. Ist dieses so viel Wert? Nein, viel zu teuer! Und ein überrissener Standortbeitrag macht es auch nicht günstiger. Doch dies ist nur eine Sichtweise. Es gibt noch andere Werte. Werte, die unbezahlbar sind.

Kennen Sie dieses Land? Wo liegt es? Wie sieht es aus? Besichtigen Sie es. Folgen Sie nördlich der Leichtathletikanlage dem Wanderweg auf der Westseite entlang des Röhrliberg-Quartiers, bis Sie linkerhand das gesuchte Land sehen. Geniessen Sie diesen einmaligen Weitblick von Norden über Westen nach Süden. Land ohne störende Gebäude, Sonnenuntergang über einer Birnbaum-Reihe am Horizont, Abenddämmerungsstimmung zur goldenen und blauen Zeit Richtung Pilatus oder dann an einem Morgen bei Föhnstimmung die Sicht auf die Berner Alpen mit Eiger-Nordwand, Wetterhorn usw. Einmalig.

Gut, wir haben eine wunderschöne Parkanlage am Zugersee. Aber wo finden Sie diese Vielfalt in Cham auf dem Land am Rande des Siedlungsgebiets? Nirgends. Nein, es wäre jammerschade, dieses Land mit wuchtigen, 18 Meter hohen und 55 Meter breiten Baukörpern zuzupflastern.

Wir reden immer von Nachhaltigkeit. Bei der Planung Kanti Ennetsee ging man den Weg des geringsten Widerstandes und plant auf der grünen Wiese. Das kann jeder und, es ist mit diesem wertvollen, raren Nutzland überhaupt nicht nachhaltig. Nachhaltig wäre es, wenn wir Chancen nutzen und bebaute, erschlossene Flächen verändern. Das ist nachhaltig, wie es im Sinn der Botschaft des neuen Raumplanungsgesetzes ist.

Sicher wird dies schwierig, aber wir können unserer Jugend vorleben, was nachhaltiges Bauen und Planen ist. Entgegen der Meinung des Gemeinderates lassen sich die vorgegebenen Baukörper und Flächen auf das Pavatex-Areal übertragen, wobei auch die Auflagen eingehalten würden.

Deshalb: 2 Mal Nein bei dieser Abstimmung!