Leserbrief
Wie man Parkplatz- und Stauprobleme innovativ löst

«Staufreie Stadt – so funktioniert es», «Zentralschweiz am Sonntag» vom 10. Februar

Drucken
Teilen

Was tun, wenn sich Patientinnen und Patienten über fehlende Parkplätze beklagen – und nur mit grössten Schwierigkeiten ein neues Parkhaus gebaut werden könnte? Diese Frage hat die Hirslanden-Klinik St. Anna mit einem neuen Mobilitätskonzept beantwortet. Sie hat bewirkt, dass nur noch ein Viertel der Mitarbeitenden mit dem Auto zur Arbeit fährt. Auf den ersten Blick scheint der finanzielle Aufwand gross, da das Umsteigen der Mitarbeitenden auf Velo oder Bus grosszügig finanziell unterstützt wurde. Auf den zweiten Blick wird klar, dass die Hirslanden-Klinik St. Anna betriebswirtschaftlich innovativ zu einem Bruchteil der Kosten für einen Ausbau des Parkhauses ihr Parkplatzproblem gelöst haben. Chapeau! Was wäre nun, wenn andere grosse Dienstleistungs-Unternehmen im Grossraum Luzern nachziehen würden? Würden das Kantonsspital in Luzern mit beinahe 7000 Mitarbeitenden, Migros, Coop, Post, Schindler oder die CSS-Versicherung mit ähnlichen Mobilitätskonzepten das Umsteigen ihrer Mitarbeitenden fördern, so hätte die VBL ein echtes Problem – nämlich wie sie all diese Menschen mit Bussen vom Wohnort zur Arbeit befördern könnte. Gleichzeitig wären dann Staus viel weniger ein Ärgernis. Wäre es am Ende für den Kanton Luzern innovativer, auf die Spange Nord zu verzichten? Und dafür die grössten Arbeitgeber vom neuen Mobilitätskonzept zu überzeugen? Vielleicht auch als Entgegenkommen dafür, dass diese Arbeitgeber das grosszügige «Zuckerbrot» mit den gleichbleibenden Unternehmenssteuern bereits erhalten haben? Politisch clever wär’s ja.

Michael Portmann-Orlowski, Kantonsratskandidat SP, Kriens

Aktuelle Nachrichten