Leserdebatte
Wahlpodium: Wie die Kandidaten wirkten – und was der Kanton Luzern nun braucht

«Anwärter gaben rhetorisch Vollgas», Ausgabe vom 13. März

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Der Besuch des Podiums dieser Zeitung vom Dienstagabend hat sich gelohnt. Dem Leitungsteam gelang es ausgezeichnet, die Regierungsratskandidatin und die -kandidaten aus ihrer Reserve zu locken. Während Korintha Bärtsch und Jörg Meyer mit klaren Kanten und konkreten Ideen und Vorstellungen punkteten, habe ich die bisherigen Regierungsräte eher als wenig dynamisch und gewinnend wahrgenommen. Irritierend ist die Anspruchshaltung des parteilosen Finanzdirektors Marcel Schwerzmann. Er sieht sich als Vertreter von 70 Prozent der Bevölkerung, die ebenfalls parteilos seien. Seine Aussage zeugt von einem eher fragwürdigen Parteien- und Wahlverständnis. Wer seinen «Smartspider» auf Smartvote konsultiert, erkennt darin eine keineswegs verblüffende Nähe zur FDP. Ich bin auch parteilos, und meine Interessen und Werte vertritt er jedenfalls nicht. Kurzum: Seine Wiederwahl würde der FDP einen zweiten Regierungsvertreter durch die Hintertür bringen.

Zurück zu den Neuen: Für mich wohltuend sind ihre neuen Denk- und Lösungsansätze zu hochaktuellen Themen wie die soziale und finanzpolitische Ausrichtung des Kantons, aber auch beim Umgang mit den anstehenden Herausforderungen in Klima- und Verkehrsinfrastrukturfragen. Die Luzerner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben eine echte Alternative.

Hans Walter Vogel, Buchrain


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Auf dem Bild zum Wahlpodium verschanzen sich alle Männer gemeinsam hinter einem eleganten Stehpult, die einzige Frau steht verloren im Raum. Da nützt auch das Stehtischchen mit ihrem Glas, ziemlich entfernt von ihr, nicht viel. Besser kann man die Situation der Frauen in der Politik nicht darstellen. Ich kann nur allen Frauen viel Erfolg wünschen, die den Mut haben, sich den Wahlen zu stellen.

Nina Fuchs, Sempach


Der Besuch des Podiums hat mich in meiner Haltung noch stärker überzeugt: Es braucht im Kanton Luzern eine Auffrischung im Kantons- und Regierungsrat. Nur so können wir die Lethargie in der Politik abstreifen und die Herausforderungen der Zukunft aktiv angehen, statt sie nur zu bewirtschaften.

Der Misserfolg der Finanzpolitik seit 2007 wird aktuell schöngeredet. Die positiven Entwicklungen in Kanton werden zu Unrecht dieser Politik zugeschrieben. Die Steuerausfälle durch die Hau-ruckübung mit der Senkung der Unternehmenssteuer betragen bisher mit Zins und Zinseszinsen und dem Ausfall der Gelder aus dem Neuen Finanzausgleich NFA mehr als eine halbe Milliarde Franken. Das Volumen der Erträge von vor der Reduktion ist immer noch nicht erreicht. Ich denke, dass es noch zehn Jahre dauert, bis dieses übertriebene Steuergeschenk amortisiert ist. Die Argumentation der bisherigen Regierungsräte wird durch gebetsmühlenhafte Wiederholungen über ihre Verlässlichkeit und Kontinuität nicht wahrer.

Die Bürgerlichen kündigten vor vier Jahren an, sie hätten neuen Elan. Aber dieser schien im Spardauerprozess nach wenigen Monaten verbraucht. Ankündigungen und Versprechen wurden nicht gehalten. Zum Beispiel ist das Polizeikorps nicht aufgestockt worden. Mit der Schliessung von Polizeiposten und der Triage von angeforderten Einsätzen wegen Personalmangels hat man das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung vernachlässigt. Der aktuelle Regierungsrat ist von Lethargie befallen. Diesen Eindruck hatte ich am Podium. Meine Haltung: Im Regierungsrat braucht es drei neue Köpfe, im Kantonsrat ein Ende der bürgerlichen Mehrheit.

Hansurs Gretener, parteilos, Meggen

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