Leserbrief
Sursee soll wachsen, nicht ersticken

«Zur Gemeindeabstimmung über den Bebauungsplan Therma-Areal Sursee»

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Vor der Urnenabstimmung vom 28. Juni 2020 in Sursee zur Überbauung des Pax-Areals zeigt sich, dass der Verkehr das Hauptthema ist. Sursee soll wachsen, und die Gestaltung des Bahnhofs bietet sich wegen der Anbindung an den ÖV auch zur Verdichtung an. Viele Einwohner wollen aber keine Entwicklung wie in Kriens oder Ebikon. Für das weitere Wachstum müssen endlich diese Themen weitsichtig und gesamthaft angegangen werden.

Der Stadtrat sagt, dass das Pax-Projekt «relativ wenig Mehrverkehr» bringe. 34 Prozent mehr laut Studie der Stadt nur schon auf der Centralstrasse sind aber nicht relativ wenig. Mitbetroffen sind neuralgische Punkte wie der Migros-Kreisel und die Ringstrasse. Diese wurden in die Untersuchung nicht einbezogen. Es wurde einmal mehr nicht das ganze System betrachtet, sondern nur Teile davon.

Mehrere Grossbauten stehen in Sursee vor der Realisierung: Dreiklang, Pirmin Jung Überbauung, Girasole. Darum muss die Stimmbürgerschaft wissen, wie sich diese Bautätigkeit auf die Bewohner, Besucher, Berufstätigen und den Verkehr des zweiten Zentrums unseres Kantons auswirkt.

Wir müssen die entsprechende Infrastruktur für alle Verkehrsarten planen und bereitstellen, bevor weitere Grossprojekte vorgelegt werden. Das Pax-Projekt ist besonders exponiert. Es verbaut die einzige Fläche, die für eine langfristige Entwicklung des Bahnhofs noch zur Verfügung steht. Der vorgelegte Bushof ist schon jetzt zu klein.

Lokales Gewerbe soll enteignet werden. Dafür sollen ein 63,4 Meter hoher Turm plus ein 25 Meter hoher und 80 Meter langer Gebäuderiegel in viel zu engen Verhältnissen gebaut werden. Für all das und noch mehr Velo- und Fussgänger hat es an Sursees neuralgischem Verkehrszentrum gar keinen Platz. Staus und chaotische Verhältnisse in fast alle Richtungen sind absehbar. Der Bahnhofplatz kann so kein Ort der Begegnung und Interaktion werden, wie es Sursee verdiente. Spätere Entwicklungen werden unmöglich. Mit einem klaren Nein ist Sursee am 28. Juni darum besser gedient.

Rolf Studer, Sursee