Leserbrief
Stadtrat macht Vorschriften wie im Sozialismus

«Luzern verbietet Verkauf von Christbäumen aus dem Ausland», Ausgabe vom 12. Dezember

Drucken
Teilen

Das darf doch nicht wahr sein! Vergangene Woche berichteten die Medien, dass uns die Stadtverwaltung noch vorschreibt, welche Christbäume wir verkaufen bzw. kaufen dürfen. Tannen aus dem Ausland sind verboten; die Stadt hat sogar DNA-Proben angedroht. Was für eine Massnahme in einer globalen Welt, und was für eine Einschränkung der Gewerbefreiheit. Geht die Stadt nun so weit, dass der Marroniverkäufer zukünftig auch nur noch Marroni aus dem Tessin verkaufen darf und keine mehr aus Italien?

Und wie ist es bei den Marktfahrern unter der Egg? Dürfen die fortan auch nur noch Gemüse oder Obst feilbieten, das auf heimischen Böden gewachsen ist? Was ausserhalb unserer Grenzen wächst und nicht gerade Saison hat, wird wohl bald aus den Angeboten verschwunden sein. Ich frage mich, ob in unserer Stadt bald so etwas wie die sozialistische Planwirtschaft Einzug halten wird. Was für Vorschriften kommen wohl als nächstes aus dem Stadthaus?

Ich kann den Bürgerinnen und Bürgern nur raten: Wehret den Anfängen, seid wachsam und helft mit, solche Massnahmen möglichst im Keim zu ersticken. Warten wir doch mal ab, ob für die Gaumenfreuden an Weihnachten ähnliche Anordnungen kommen!

Trudi Bissig-Kenel, alt Grossstadträtin FDP, Stadt Luzern

Aktuelle Nachrichten