Leserbrief
Sofortiger Marschhalt empfohlen

«Jetzt nimmt der Kirchenrat Stellung», Ausgabe vom 23. September

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Die moralischen und ethischen Ansprüche, die die Katholische Kirche für sich moniert und von ihren Mitgliedern einfordert, gelten anscheinend für die eigenen Werte nicht. Da streiten sich ein Pfarrer und die Kirchenleitung Stansstad öffentlich und fügen damit der Institution grossen Schaden zu und zerstören noch das letzte Restchen Glaubwürdigkeit und Goodwill, den die Kirche noch geniesst. Das diese Zerrüttung der beiden Parteien schon länger bestand, ist offensichtlich. Das man aber zu so drastischen Mitteln greift und den Rechtsweg beschreitet, also bitte! Es geht um kein Kapitalverbrechen und um keine Straftat im üblichen Sinne, es geht um einen Penis, der bewusst oder unbewusst verschickt wurde. Der Kirchenrat meint, in solchen Fällen gilt die Null-Toleranz-Grenze, schön wäre es, wenn die Null-Toleranz auch bei den Menschenrechten gelten würde. Geld spielt ja anscheinend auch keine Rolle und Anwälte wollen ja schliesslich auch leben, nur dass es die Gelder der Gläubigen sind, ist mehr als stossend. Ich empfehle den beiden Parteien einen sofortigen Marschhalt und das Einschalten des Gehirns.

Michael Lange, Stansstad