Leserbrief
«Man darf gespannt sein, wie es in einem Jahr aussieht»

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Das Coronavirus löst bei der Bevölkerung eine grossartige Dankeswelle aus. Dem Pflegepersonal, dem Verkaufspersonal und dem Personal der öffentlichen Dienste wird mit Applaus und musikalischen Darbietungen auf Balkonen aufrichtigen Dank erwiesen. Die eingerückten Spitaltruppen und deren speziell geschulten Armeeangehörigen helfen den am Limit laufenden Spitälern und befinden sich in der Lage eines Ernstfalles.

Ich vermisse den öffentlichen Dank der armeefeindlichen Parteien, Leute der Schweiz ohne Armee (GSoA), der Herren Joe Lang, Lewin Lempert und andere an die diensttuenden Soldaten, welche für uns ihr Leben einsetzen. Diese sind überall dem gefährlichen Virus aus­gesetzt.

Hoffen wir, dass diese Leute nie die Hilfe der Armee in Anspruch nehmen müssen und zur Einsicht kommen, dass die Armee infolge zunehmender Katastrophen nie abgeschafft werden kann.

Toni Hodel, Malters


Erstaunlich, wie die einstigen Prügelknaben (CEO, Ärztinnen und Ärzte, Banker, Exekutiven, Gesundheitswesen) plötzlich alles richtig machen und allseits von der Presse, der Politik, dem Fernsehen und von Ökonomen gelobt werden. Ist es Angst um sich selbst, Mutlosigkeit, Frust oder Einsicht?

Man darf gespannt sein, wie es in einem Jahr aussieht: Hinterlässt die Coronakrise Spuren, oder bleibt alles beim Alten? Globalbudget im Gesundheitswesen, weitere Regulatorien im Wirtschaftssektor, Zugriff auf Nationalbankgelder? Kann eine solche Krise die Politik langfristig beeinflussen? Wohl kaum; die früheren Meinungen werden sicher wieder überhandnehmen.

Obwohl unsere Nachbarländer zeigen, wohin eine Staatsmedizin führen kann, dürfte der Hickhack nur schon dann beginnen, wenn Stände- und Nationalräte wieder tagen, zum Glück erst im Mai. Hoffen wir für die Kritiker mit Sokrates: «Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.»

Josef Hug, Luzern


Peter Mattmann, Krienser Arzt und Impfgegner, ruft zur Sorglosigkeit im Umgang mit Corona auf, was nicht erstaunt (Ausgabe vom 27. März). Nach dem mutmasslichen Verschwörungstheoretiker Mattmann führt ja eine «globale Pandemieorganisation» Krieg gegen die Gesellschaft. Er schreibt: «Das Coronavirus ist für alle Gesunden weniger gefährlich als die saisonale Grippe.» Das ist unglaublich zynisch gegenüber den 40 Ärzten in Italien, die gewiss gesund und vorsichtig waren und trotzdem an Corona verstarben. Und jetzt zur Behandlung von Patienten fehlen!

Und die aktuell über 10000 Toten allein in Italien? Welche verständnisvolle Erklärung hält Mattmann für sie bereit? Er möchte, dass möglichst viele Menschen «die Krankheit durchmachen». Das könnte man natürlich mit staatlichen «Ansteckungscamps» lösen, nicht? Mattmanns Haltung ist menschenverachtend, verantwortungslos und eines Arztes unwürdig!

Silvio Bonzanigo, Stadtratskandidat SVP und neu gewählter Grossstadtrat SVP


Mit grossem Interesse habe ich den Leserbrief von Dr. Peter Mattmann-Allamand, Kriens, gelesen (Ausgabe vom 27. März 2020). Dr. Peter Mattmann hat mich und meine Kinder viele Jahre kompetent, umsichtig und hoch professionell hausärztlich begleitet. Ich bin sehr froh, dass er seine Meinung geäussert und damit ein Zeichen gesetzt hat gegen eine Flut von Meinungen und Berichterstattungen, welche erschreckend oft den gleichen Grundton aufweisen.

Gerade in diesen Zeiten ist es sehr wichtig, auch kontroverse Ansichten zuzulassen. Ich bin überzeugt, dass seine Vorschläge für alternative Massnahmen zum Schutz der Hochrisiko-Patienten um einiges zielführender gewesen wären, als der jetzige Zustand. Ich wünsche mir mehr Menschen, welche ihre kritische Stimme erheben und ihre Sicht zum Gesundheitswesen, zu Krankheit, Leben und Tod teilen, auch wenn diese nicht zum momentan vorherrschenden Denken passen.

Stefanie Kirstein, Emmenbrücke

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