Leserbrief
Klimaverträglichere Lebensweisen nach den Coronarestriktionen

Zur Coronakrise

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Der Bundesrat zusammen mit dem BAG macht sich für mich langsam unglaubwürdig. Zuerst durften wir unsere Enkelkinder wochenlang nicht sehen, da sie uns Grosseltern hätten anstecken können, und jetzt dürfen wir sie plötzlich umarmen und ihnen nahe kommen. Seit Montag können nun die Blumenläden und Gartencenter wieder geöffnet sein. Diese hätten meiner Meinung nach ohnehin offen bleiben sollen. Dann wären die Leute in den Gärten beschäftigt gewesen und somit auch zu Hause geblieben. Es wäre in dieser Zeit auch ein Aufsteller gewesen, sich mit einem Blumenstrauss einmal etwas Farbe in die Wohnung zu bringen.

Was ich aber nun nicht verstehe, dass die Grossverteiler nun keine Blumen verkaufen dürfen. Einmal ja, dann wieder nein. Auch seit Montag sind die Kosmetikstudios geöffnet und auch hier schiesst der Bundesrat gegen die Grossverteiler und ordnete an, dass sie keine Kosmetikartikel wie Make-up, Lippenstift usw. verkaufen dürfen.

Ich glaube kaum, dass die Bundesrätinnen ohne ihre Kosmetika auskommen können. Nur ist es nicht allen Frauen, die ausser Haus arbeiten oder in der Öffentlichkeit stehen, möglich, ihre Artikel alle in den Studios zu kaufen. Wo ist hier die Logik?

Es wäre besser, die neuen Regelungen zuerst genau zu prüfen, bevor sie an die Öffentlichkeit kommen und daraus wieder Missverständnisse entstehen.

Ruth Ritter, Ebikon


Hinter mehrere Aussagen von Pietro Vernazza, Chefarzt für Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen, sollte man meiner Meinung nach ein paar Fragezeichen setzen (siehe Interview in der Ausgabe vom 27. April). Denn als naturwissenschaftlicher Experte basiert man seine Aussagen auf belastbare gesicherte Daten und nicht auf «genügend indirekte Hinweise».

Ferner meine ich, dass man seine Zuversicht auf einen baldigen Impfstoff doch etwas relativieren sollte. Warten wir nicht schon seit Jahrzehnten auf einen Impfstoff gegen HIV und wie steht es um die Wirkung der Impfungen gegen die «simplen» saisonalen Grippeviren? Sie sollten jedes Jahr wiederholt werden.

Kaspar Oswald, Inwil

In der Presse und anderen Medien wimmelt es von Forderungen finanzieller und politischer Art, den Vorzustand vor der Coronakrise möglichst rasch und vollständig wiederherzustellen. Oder aber die Einschränkungen im Sinne des Klimaschutzes geradewegs zu institutionalisieren. Beides scheint mir unmöglich, egoistisch und kontraproduktiv.

Es ist an der Zeit, dass konsensfähige Akteure und Plattformen gesucht werden, um nach den Coronarestriktionen umwelt- und klimaverträglichere Lebensweisen zu erarbeiten und einzurichten. Wirtschaft, Politik, Klimaschutz, Konsumenten müssen endlich zusammenkommen, statt mit Forderungen eine vernünftige Zukunft zu erschweren, Zeit und Mittel zu verschwenden. «Transit statt Exit»

Jean Berner,Arzt für Umweltschutz und Klimagrossvater, Luzern


Unter dem Vorwand die Bevölkerung zu schützen, soll demnächst eine Corona-App eingeführt werden, damit ausfindig gemacht werden kann, wo und wann man allenfalls mit dem Coronavirus angesteckt wurde. Offenkundig wird dabei nun aber auch, dass das Smartphone zu einem noch gefährlicheren Überwachungsinstrument wird.

In einem gemeinsamen Schreiben vom 20. April 2020 warnen mehr als 300 Wissenschafter aus 26 Ländern vor einer beispiellosen Überwachung der Bevölkerung durch diese nichtdatenschutzkonforme Corona-App. Diese Warnung sollte doch zum Nachdenken anregen und bei der Entscheidungsfindung helfen, ob man eine solche Corona-App auf seinem Smartphone haben will oder doch eher nicht.

Adrian Schlumpf, Gunzwil