Leserbrief
Grundlage für eine neue Verkehrspolitik

Zu den Verkehrsproblemen von Stadt und Agglomeration Luzern

Drucken
Teilen

Die Diskussionen in Sachen Verkehr erlebe ich chaotisch: Carparkplätze, Museggparking, Spange Nord, Tiefbahnhof, Velowege, Busspuren, Metro Ibach, Gondelbahnen, Bypass, Park-and-Ride, Brücke Rotsee. Da wird jede Idee einzeln diskutiert, dabei ist eine grundsätzliche Diskussion über ein Gesamtkonzept nötig.

Mein Vorschlag: Grundlage für ein Gesamtkonzept ist die Schliessung der Seebrücke für den Privatverkehr. Wir machen die Innenstadt weitgehend verkehrsfrei. Es werden viele sagen, das sei nicht mehrheitsfähig. Heute ja. Stadt und Kanton sollen einen Projektvorschlag ausarbeiten, den man als Grundlage für die Diskussion mit der Bevölkerung brauchen kann. Die alte Strassenbaupolitik ist überholt, es ist nötig, sich mit neuen Ideen auseinanderzusetzen. Da ist noch der politische Graben Stadt/Kanton. Der Kanton plant in der Stadt Strassen, die diese nicht will. Das Luzerner Hinterland bestimmt mit, welche Strassen in der Stadt gebaut werden. Es geht nicht anders, die beiden müssen das komplexe Problem gemeinsam angehen. Mein Eindruck ist, eine gemeinsame Planung Kanton/Stadt findet nur ungenügend statt. Oder brauchen wir einen Kanton Stadt Luzern? Dann hätten wir auch wieder Regierungsräte. Utopie? Besuchen Sie einmal die Städte Bordeaux, Toulouse, Montpellier in Frankreich. Da kann man sehen, wie eine grosszügige Verkehrsberuhigung einer Innenstadt aussieht.

Edi von Deschwanden, Luzern

Aktuelle Nachrichten