Leserbrief
Fragwürdiger Entscheid

«Aldi baut neue Filiale für 7,5 Millionen Franken», Ausgabe vom 6. April

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Neben dem Kreisel in Sempach Station, das heisst in der Gemeinde Neuenkirch, soll ein Aldi gebaut werden. Der Gemeindepräsident von Neuenkirch begrüsst dies. Wie ist das zu erklären?

Ich wohne in Sempach und bin seit drei Jahren pensioniert. Ich habe es sehr geschätzt, dass sich unser Stadtrat dafür eingesetzt hat, dass wir weiterhin Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum unseres Städtlis zur Verfügung haben.

Ich nutze diese nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten gerne und praktisch immer, denn diese sind zu Fuss erreichbar, der persönliche Kontakt wird gepflegt und ich treffe immer wieder Bekannte zum Plaudern.

In zwanzig Jahren bin ich bestimmt noch mehr darauf angewiesen, dass ich zu Fuss einkaufen gehen kann. Wer denkt an diese hoch betagten Menschen? Es ist zwar schön und hilfreich, dass in der Coronakrise Einkäufe für uns gemacht werden. Die meisten betagten bis hoch betagten Menschen wollen jedoch so viel Autonomie wie möglich behalten, das heisst selbstständig wohnen und auch selbstständig einkaufen gehen.

Nun staune ich, dass der Neubau eines weiteren Grossverteilers ausserhalb der Dorfzentren von Neuenkirch und Sempach hoch gelobt wird. Zwar ist Sempach Station ein eigener Ortsteil von Neuenkirch, doch meines Erachtens mit einem Migros und der Landi bereits gut bestückt mit Einkaufsmöglichkeiten. Auch der Coop ist nicht weit entfernt.

Nutzt die Bevölkerung von Neuenkirch ihre kleineren Läden wie Voi, Bäckerei und Spar genügend? Ist ein weiterer Grossverteiler nicht gar deren Tod? War nicht neulich Ökologie das grosse Schlagwort? Warum dann mit dem Auto einkaufen?

Ich appelliere an die Bevölkerung von Neuenkirch und Sempach: global denken, aber lokal handeln – auch beim Einkaufen!

Klara Stadelmann, Sempach

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