Leserbrief
Ein bisschen Diktatur ist nötig

«Die Demokratie darf nicht stillstehen», Ausgabe vom 29. April

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Der rührige SP-Kantonalpräsident hat klare Vorstellungen, was denn jetzt im Zeichen der Coronakrise schief lief und schief läuft und was denn richtig wäre. Das ist nicht weiter zu kommentieren.

Sicher ist, die Meinungen werden an der Session des Kantonsrates vom 18. Mai auseinander gehen – ziemlich weit sogar, denke ich. In der Politik ist das normal. Nicht das stimmt, was stimmt, sondern das, was die Mehrheit abstimmt.

Und da liegt des Pudels Kern. Politik, ist die wohl nichtexakteste Wissenschaft die es gibt. «Die Demokratie darf nicht stillstehen» sagt der SP-Präsident – einverstanden. Nur, eine Krisensituation, wie wir sie eben erleben, braucht etwas Diktatur. Diktatur von Experten und den demokratisch gewählten Entscheidungsträgern.

Nicht die selbstzugesprochene Universalkompetenz der Legislative ist gefragt, sondern schnelles, undogmatisches, unpolitisches und möglichst wissenschaftlich erhärtetes Handeln. Das haben der Bundesrat und die Kantonsregierung versucht. Klar, nicht immer so, wie es die Linken, die Rechten oder die in der Mitte wollten, und rückblickend werden wir alle und vor allem die Politiker es besser wissen.

Nichtsdestotrotz. Denen, die in den letzten Wochen wider Willen Diktatoren sein mussten, gebührt für ihr aussergewöhnliches Engagement ein grosses Dankeschön! Ich freue mich auf eine konstruktive Session am 18. Mai.

Urs Brücker, Kantonsrat GLP, Meggen