Leserbrief
«Dies ist Logik, nicht Hysterie»

«Schluss mit Hysterie: Lasst uns leben!», Ausgabe vom 18. Mai

Drucken
Teilen

Dekan Peter V. Kunz kann sich nicht vorstellen, die Menschen könnten sich jemals eine schöpfungsgerechtere Organisation mit weniger dominanter Wirtschaft errichten. Schade, denn 1981 sagte der Papst zu Stephen Hawking, dem gelähmten Naturforscher anlässlich einer Audienz in Rom, es spreche nichts dagegen, sich mit der Entwicklung des Universums nach dem Urknall zu beschäftigten. Man solle «aber nicht den Urknall selber erforschen, denn es sei der Augenblick der Schöpfung und damit das Werk Gottes.»

Also ist alles, was seit Beginn des Universums vor etwa 10 Milliarden Jahren geschehen ist und weiterhin geschehen wird, das Werk Gottes. So auch, dass vor 4,5 Milliarden Jahren der Planet Erde entstand. Auch dass sich vor einer Million Jahren aus den Wirbeltieren ein Mensch entwickeln würde, war bereits durch den Urknall festgelegt. Wenn nun in einem Teilsystem wie der Erde, eine Spezies von Lebewesen sich so zu vermehren und zu verhalten beginnt, dass das Gleichgewicht massiv gestört oder gar der Planet bedroht wird, so hat die «Urknallschöpfung» eine Gegenbewegung vorgesehen, die das Gleichgewicht wieder herstellt.

So kann man aus Sicht der obigen Begegnung zwischen Papst und Forscher die aktuelle Corona-Ratlosigkeit auch als gläubiger Mensch durchaus als Symptom einer solchen Ausgleichsbewegung sehen. Es geht dabei jedoch um den Schutz des Planeten, nicht der Menschheit. Dafür ist der Mensch selber verantwortlich.

Meine Schlussfolgerung: Die Spezies «homo sapiens» ist gegenüber der Schöpfung eigenverantwortlich. Dies ist Logik, nicht Hysterie.

Andreas Burri, Psychiater, Adligenswil

Aktuelle Nachrichten