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Wie in einem Bergsee

Abendstimmung in Torre Lapillo. Die Strahlen der untergehenden Sonne tauchen die letzten Badegäste in einen warmen Goldbronzeton. Viele sind es nicht mehr, denn das klarblaue Wasser ist kalt: Ein letzter Gruss des nassen Frühlings.

Martin Gysi
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Bergsee

Bergsee

Martin Gysi

Donnerstag, 19. Juli. Rekordverdächtige zwei Wochen lang trieb der Scirocco die von der Sommersonne aufgewärmten Wellen von Süden her gegen den langen Sandstrand. Das in der hufeisenförmigen Bucht «gefangene» Wasser wärmte sich immer mehr auf, bis es kaum mehr Erfrischung brachte. Dann blies drei Tage lang ein kräftiger Nordwind, der Tramontana, und trieb das warme Küstenwasser vor sich her ins offene Meer hinaus. Aus der Tiefe strömte frisches Meerwasser Richtung Strand.

Und dieses Wasser ist nicht nur sehr sauber, wie hier üblich, sondern auch überraschend kalt, denn das Mittelmeer hat nach dem auch hier untypisch nasskalten Frühling noch zu wenig Zeit gehabt, um sich wirklich aufzuwärmen. Innerhalb von nur drei Tagen sinkt die Wassertemperatur in Strandnähe um rund zehn Grad auf kaum über 20°C.

Klar wie ein Bergsee

Das eingangs erwähnte Abendstimmungsbild stammt von gestern. «Wie in einem Bergsee», rief unser Feriengast Toni spontan, als er ins kalte Wasser stieg.

In der Nacht hat der Tramontana etwas abgeflaut, bestimmt aber immer noch Wetter und Wellengang. Langsam heizt nun die Sommersonne den Strand wieder von Bergsee- auf eine übliche Schweizer Schwimmbadtemperatur auf. Zu mehr reicht es aber wohl vorläufig nicht, und das ist gut so - man möchte sich im Wasser ja erfrischen.

Der Vergleich mit einem Bergsee stimmt aber nicht nur bezüglich Wassertemperatur. Das Meerwasser ist hier auch genau so klar, wie wir es von unseren Alpenseen gewohnt sind. Der geneigte Blogleser mag diesen Vergleich anzweifeln. Aber bitte: Wie ich heute Morgen im brusttiefen Wasser nach unten schaue, stelle ich mit Schrecken fest, dass ich wieder mal die Zehennägel schneiden sollte!

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