Polemik
Wenn das Büsi im Topf landet

Eher unverhofft erlangte der Bauer aus dem Kanton Appenzell dieser Tage nationale Berühmtheit, als er öffentlich zugab, Katzen zu essen. Die Empörung war gross. Weshalb überhaupt? Fleisch ist Fleisch - von welchem Tier ist im Prinzip wurst.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Ja, es gibt Leute, die essen diese Tiere.

Ja, es gibt Leute, die essen diese Tiere.

Keystone

Das St. Galler Tagblatt berichtete diese Woche, in Haslen AI esse ein Bauer seine Büsi, statt sie kastrieren zu lassen. Der Aufschrei bei Tierschutzvereinen landauf und landab war gross, als die Sache rauskam.

Warum eigentlich? Handeln darf man mit Katzenfleisch zwar nicht, der Verzehr ist aber erlaubt, sofern das Büsi tierschutzkonform getötet wurde. Ein Katzen-Ess-Verbot ist im Parlament mehrmals gescheitert – zu Recht.

Warum spielt es eine Rolle, ob wir Pferd, Kalb und Lamm essen oder Katze, Hund, Meersäuli und Kanarienvogel? Man verspeist ein totes Tier, das irgendwann mal herzig war. Fleisch ist Fleisch. Ob es Määh oder Miau gemacht hat, spielt auf dem Teller keine Rolle.

Das Argument, als Haustier gehaltene Tierarten dürfe man aus Prinzip nicht essen, steht angesichts eines Pferdesteaks auf wackligen Füssen. Und waren Sie mal an der BEA oder Olma, wo man Säuli streicheln und zwei Meter daneben als Wurst degustieren kann?

Niemand wird gezwungen, Fleisch zu essen, egal welchen Ursprungs. Also lasst dem Bauern doch seinen Büsibraten, solange er seine eigenen Tiere isst und sie tierschutzkonform tötet.

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