Literaturclub
Sie reden doch nur über Literatur – aber alle reden sie darüber

Der Eklat im «Literaturclub» und die Verwerfungen um die Entlassung des Moderators Stefan Zweifel hallte durch die ganze Schweiz - wobei: Wer schaut die Sendung überhaupt? Quotenmässig handelt es sich ein absolutes Minderheitenprogramm. Eine Polemik.

Sabine Altorfer
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In der Literaturclub-Sendung von 22. April kam es zum Zwist zwischen Moderator Stefan Zweifel 2. v. l und Elke Heidenreich.jpg

In der Literaturclub-Sendung von 22. April kam es zum Zwist zwischen Moderator Stefan Zweifel 2. v. l und Elke Heidenreich.jpg

Screenshot SRF

Heute Abend ist am Fernsehen – nein, nicht Fussball – Pflicht, sondern der «Literaturclub». Der erste seit dem Skandal, der das Land bewegte. Wie bei der WM gings in den Diskussionen aber nicht um die WM, sondern um den Moderator (Stefan Zweifel, den Abgesetzten) sowie um die eklatanten Fehlleistungen der verantwortlichen Leiterinnen beim Schweizer Fernsehen.

Das Erstaunlichste war, wie viele Leute mitdiskutiert haben. Denn der «Literaturclub» ist ein Minderheitenprogramm, die Quote entsprechend ansprechend, aber tief. Aber wie beim Fussball wimmelte es plötzlich von Experten.

Heute Abend also gibt es wieder einen «Literaturclub», den letzten vor der Sommerpause.

Das Fernsehen hat mit Rainer Moritz einen erprobten Gastmoderator eingewechselt und hofft wohl, dass bis zur nächsten Sendung im Herbst Gras über die Sache gewachsen sein wird und ein Neuer gefunden ist, der sich im Clinch zwischen Chefinnen-Vorgaben, Quoten und Emotionen behaupten kann.

Für heute gibt man sich bei SRF betont sachlich. «Wir reden über Literatur» heisst es in der Sendewerbung. Ob der Zwist thematisiert wird, wie von der Kulturchefin versprochen? Wir zweifeln.

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