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LafargeHolcim ist abgestürzt: Aktie taucht um 25 %

Im Börsen-Blog «Money» porträtiert der Experte François Bloch jeden Tag eine schillernde oder eine schlingernde Aktie. Heute: Die Aktie des weltgrössten Baustoffherstellers LafargeHolcim.

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Holcim fusioniert mit französischem Konzern Lafarge
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Von der Fusion mit Lafarge war im Holcim-Zementwerk in Siggenthal am Tag der Bekanntgabe praktisch nichts zu sehen.

Holcim fusioniert mit französischem Konzern Lafarge

Keystone

Situation: „Never catch a falling knife“, wird immer mehr zur traurigen Realität beim weltgrössten Baustoffhersteller LafargeHolcim (Börsensymbol: LHN VX). Ein Ende der Talfahrt der Aktie an der Schweizer Börse ist nicht in Sicht. Über Nacht haben gewisse Banken ihre Gewinnschätzungen fürs Erfolgsjahr 2016 reduziert, welches einiges besser als in diesem Jahr ausfallen sollten. Lustig ist schon fast der Durchhaltewillen der Banken (Angaben: Bloomberg) in Sachen LafargeHolcim: Die Kursziele im Durchschnitt plus 44 Prozent. Schon wenn sie nur die Hälfte dieser Rendite erreichen würde, könnten wir uns in virtuellem Sinn zur Ruhe setzen. Die Konjunktur in den Schwellenmärkten ist ein mehr als wackliges Konstrukt und das wird zwangsläufig seinen Niederschlag beim Zementgiganten haben.

Wahrscheinlich wird es zu ersten kleineren Personalabbaumassnahmen kommen, um die Investoren zu beruhigen oder man reduziert die Ausgaben für Fabriken. Dies ist normalerweise der Königsweg um die Aktionäre zu beruhigen. Ein solcher Schritt würde mich nicht überraschen und wäre mehr als logisch und konsequent. Der Druck von den Grossaktionären wird sicherlich noch verstärkt kommen. Mit einer Marktkapitalisierung von über 30 Milliarden Franken sind Schweizer Pensionskassen auch in diesem Titel zwangsläufig involviert, denn das Papier ist Teil des Swiss Market Index. Und damit sind auch unsere Renten involviert. Und wie gesagt, dies schmälert in keiner Weise das unternehmerische Ansehen der Gründerfamilien, welche einen Weltkonzern der Extraklasse geschaffen haben.

Ratschlag: Verkaufen – Titel ist beim besten Willen fundamental überteuert. Das Kurs-/Gewinnverhältnis ist in diesem Jahr immer noch viel zu hoch

Kaufmonitor (Ausgesetzt): Erst bei einem Kursstand von unter 50 Franken kommt der Titel wieder auf den Beobachtungsmonitor. Speziell die Rendite aufs eingesetzte Eigenkapital ist knapp unter die 9-Prozentmarke gefallen. Hier lohnt es sich nun wirklich nicht, den Titel zu kaufen und auf eine kurzfristige Erholung zu setzen! Nur mit grösster Mühe konnte am Donnerstag der Fall unter die Marke von 50 Franken pro Aktie verhindert werden.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keine Verantwortung.

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