Kommentar
Wieder zögert der Bundesrat: Das könnte uns Weihnachten erneut verderben

Nach der heftigen Corona-Welle vor einem Jahr wurde dem Bundesrat zu zögerliches Handeln vorgeworfen. Jetzt spielt sich wieder dasselbe ab. Trotz Impfungen könnte es zu Weihnachten mehr Einschränkungen geben.

Sabine Kuster
Sabine Kuster
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Weihnachtsfeier mit Abstand: So war Weihnachten im letzten Jahr. Steuern wir wieder auf ein ähnliches Szenario zu?

Weihnachtsfeier mit Abstand: So war Weihnachten im letzten Jahr. Steuern wir wieder auf ein ähnliches Szenario zu?

Keystone

Fast 6000 neue Corona-Infektionen waren es am Mittwoch. Das hatten wir auch um den 20. Oktober 2020 herum. Eine Woche später verfügte der Bundesrat einen Strauss an Massnahmen. Darunter: Treffen im Privaten nur noch zu zehnt, Homeoffice-Empfehlung, die Schliessung von Nachtclubs. Im Nachhinein wurde dem Bundesrat vorgeworfen, er habe zu spät gehandelt, so dass kurz vor Weihnachten Restaurants, Sportcenter, Kinos und mehr geschlossen werden mussten.

Zwar sind aktuell die Hospitalisationen noch deutlich tiefer als am 20. Oktober 2020. Doch just auf Weihnachten dürfte der Wert von Oktober 2020 wieder erreicht sein, wenn der Trend derselbe bleibt. Weihnachten konnte letztes Jahr nicht gerettet werden. Es wurde ein Fest im allerkleinsten Kreis. Und nun?

Nun scheint es dem Bundesrat noch nicht um Weihnachten zu gehen, sondern darum, dass die Fallzahlen der Abstimmung in zwei Wochen Schub geben könnten: Je eindrücklicher die Welle, desto eher finden die Schweizerinnen und Schweizer vielleicht, dass das Zertifikat und das Covid-19-Gesetz vorerst doch eine gute Sache sind.

Letztes Jahr zögerte der Bundesrat, weil er der Wirtschaft nicht schaden wollte. Doch das Zaudern erwies dieser einen Bärendienst. Zögert der Bundesrat nun aus taktischen Gründen? Frühes Handeln zur Schadensbegrenzung scheint jedenfalls kein Thema zu sein. Damit setzt der Bundesrat einzig auf den Effekt der Impfungen – ein mutiger Poker.

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