Kommentar
Private Testanbieter: Kantone müssen Aufsichtspflicht wahrnehmen

Private Testanbieter unterbieten sich gegenseitig mit günstigen Preisen. Darunter leidet oft die Qualität. Die Kantone stehen nun in der Pflicht, genauer zu kontrollieren und Richtlinien zu schaffen, um den Wildwuchs zu unterbinden.

Chiara Stäheli
Chiara Stäheli
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Nicht alle Kantone kontrollieren die privaten Testanbieter.

Nicht alle Kantone kontrollieren die privaten Testanbieter.

Bild: Tobias Garcia

Die Zertifikatspflicht hat einen neuen Markt geschaffen: Private Anbieter von Coronatests unterbieten sich gegenseitig mit günstigen Preisen und buhlen um all jene, die vor dem Restaurant- oder Hallenbadbesuch getestet werden wollen. Dass in diesem Bereich ein Wettbewerb entsteht, ist grundsätzlich zu begrüssen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die tiefen Kosten zu Lasten der Qualität gehen.

Mehrere Kantone bestätigen, dass sie bei Kontrollen diverse Mängel festgestellt haben, Dumpingangebote sind in beinahe allen Kantonen zu finden. Im Kanton Zug musste einem Anbieter bereits die Bewilligung entzogen werden. Andere Kantone wiederum haben ihre Aufsichtspflicht noch gar nicht wahrgenommen. Kontrollen sind dort erst angedacht. Und das, obwohl das Testen neben der Impfung als eines der wichtigsten Instrumente in der Pandemiebekämpfung gilt. Kurzum: Viele Kantone haben es verschlafen, frühzeitig verbindliche Richtlinien für private Testangebote zu erstellen.

Es ist zu bezweifeln, dass alle privaten Testanbieter lediglich die Absicht verfolgen, dem Coronavirus die Stirn zu bieten, oder ob nicht viel eher das schnelle Geld den Ausschlag gegeben hat, ein Testcenter zu eröffnen. Es liegt nun an den Kantonen, Vorgaben zu erlassen, bestehende Mängel aufzudecken und laschen Testanbietern die Bewilligung zu entziehen. Nur so behält das Zertifikat seine Glaubwürdigkeit und damit auch seine Berechtigung.

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