Kommentar
Die Coronatest-Strategie an Schulen war von Anfang zum Scheitern verurteilt

Der Kanton Aargau stellt das repetitive Testen an den Schulen ein. Es ist das Ende einer unglücklichen Geschichte. Ein Kommentar.

Rolf Cavalli
Rolf Cavalli
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Der Kanton zieht also den Stecker.

Ab sofort ist Schluss mit dem repetitiven Testen an Aargauer Schulen, das zum Ziel hatte, infizierte, aber symptomlose Kinder früh zu erkennen und entsprechend rasch die nötigen Massnahmen zu ergreifen.

Wegen knappen Laborkapazitäten gibt es künftig keine wöchentlichen Tests mehr an Schulen.

Wegen knappen Laborkapazitäten gibt es künftig keine wöchentlichen Tests mehr an Schulen.

Bild: Stefan Kaiser

Es ist das Ende einer Strategie, die von Anfang unter einem unglücklichen Stern stand und nie so richtig funktionieren wollte.

Das liegt zum einen an den äusseren Umständen: Ein solches Testkonzept kommt automatisch an den Anschlag mit seinen Kapazitäten, sobald die Ansteckungszahlen in die Höhe schnellen. Dabei ist das Virus dann meistens schneller als die Auswertung der Ergebnisse. Eine Sisyphusarbeit, für alle Beteiligten frustrierend.

Das Scheitern des repetitiven Testens an Schulen ist aber auch hausgemacht. Der offensichtliche Fehler war, dass sich die Behörden nie durchringen konnten, die Tests verbindlich zu machen. Das Angebot blieb für die Schulen freiwillig und die Schülerinnen und Schüler mussten eh nicht mitmachen, wenn sie (beziehungsweise ihre Eltern) nicht wollten. Mit dieser Inkonsequenz war das Projekt zum Scheitern verurteilt. Die sich rasch verbreitende Omikron-Variante gab ihm jetzt noch den Rest.

Der Entscheid, das repetitive Testen an Schulen bis auf weiteres nun einzustellen, ist deshalb folgerichtig. Es ist besser, Energie und Kapazitäten anderswo einzusetzen in der Pandemiebekämpfung – dort dafür aber bitte konsequent.

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