Kommentar
Bei den Massentests klemmts: Aargauer Schulen verstecken sich hinter Ausreden

Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich rund drei Wochen nach dem Start der Testoffensive erst die Hälfte aller Aargauer Schulen für die regelmässigen Tests angemeldet hat.

Noemi Lea Landolt
Noemi Lea Landolt
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Es hat lange gedauert. Aber Ende April hat der Kanton Aargau eine Strategie für regelmässige Coronatests in Schulen und Firmen vorgelegt. Das Ziel, bis Ende Mai 100'000 Personen pro Woche zu testen, war aber zu hoch gesteckt. Dies zeigt sich jetzt, denn diese Woche wurden nur rund 13'000 Personen getestet.

Den Verantwortlichen beim Kanton kann vorgeworfen werden, dass sie erst sehr spät kommuniziert haben, wie genau die regelmässigen Test ablaufen werden. Dann mussten interessierte Schulen und Firmen zuerst noch geschult werden.

In der Pflicht sind trotz der Verzögerungen beim Kanton aber vor allem die Schulen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich rund drei Wochen nach dem Start der Testoffensive erst die Hälfte aller Aargauer Schulen für die regelmässigen Tests angemeldet hat.

Die Verantwortlichen verstecken sich hinter Ausreden. Die Kreisschule Aarau-Buchs zum Beispiel argumentiert, es lohne sich «in Anbetracht des grossen Vorbereitungsaufwands» nicht, noch vor den Sommerferien
mit dem Testen zu starten.

Im Verlauf der Pandemie haben die Schulen übers Wochenende auf Fernunterricht umgestellt, Plexiglasscheiben montiert und die Maskenpflicht umgesetzt. Nun scheitern sie ausgerechnet auf der Zielgeraden an einer einfachen Aufgabe. Es würde einzig und allein darum gehen, jenen, die das wollen, die Möglichkeit zu geben, einmal pro Woche zuhause in ein Röhrchen zu spucken.