Impftermin in Berlin
Ich hatte Angst vor dem AstraZeneca-Shot, doch dann...

Unser Deutschlandkorrespondent liess sich mit dem umstrittenen Impfstoff piksen. Nebenwirkungen hatte er keine erlitten – dafür eine neue Erkenntnis gewonnen.

Christoph Reichmuth
Christoph Reichmuth
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In Deutschland können sich inzwischen alle Erwachsenen für eine Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff anmelden.

In Deutschland können sich inzwischen alle Erwachsenen für eine Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff anmelden.

EPA

«Treiben Sie drei Tage keinen Sport», sagt der Arzt, bevor er mir in Berlin die erste Dosis meiner AstrazZeneca-Impfung verabreichte, für die sich neuerdings jedermann in Deutschland anmelden kann. «Und trinken Sie sechs Monate keinen Alkohol!» Den vermutlich gar nicht so ernst gemeinten Rat habe ich noch am gleichen Abend ignoriert: Geburtstagsessen bei einer Freundin der Kategorie «Genesene». Befreit von lästiger Testpflicht. Befreit von Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen.

Der nette Doktor legte mir eine Erklärung zur Unterschrift hin. Da steht drin, dass ich mich auf eigenes Risiko mit dem Zeugs impfen lasse. Das AstraZeneca-Präparat hat ja nun wirklich nicht den besten Ruf. Punkto Image liegt er hierzulande nur knapp vor Sputnik und dem chinesischen Stoff, wegen Meldungen über seltene Hirnthrombosen nach Astra-Impfungen. Man darf da gar nicht drüber nachdenken.

Ein bisschen mulmig ist mir schon. Die Hände zittern beim Signieren. Dann steckt auch schon die Nadel in meinem linken Oberarm. Ich hab nicht mal was gespürt. Nada. Seither warte ich auf Nebenwirkungen. Schüttelfrost, Fieberschübe, Kopfschmerzen. Bisher nichts. Das macht mir dann auch wieder Sorgen. Hat der Arzt gar nicht richtig getroffen? Oder kommt der Horror erst noch?

In vier bis sechs Wochen hol ich mir den zweiten Piks. Ich bin guten Mutes. Mal wieder verreisen. Mal wieder einen Cappuccino im Café. Ein Glas Wein in der Bar und Plaudern mit fremden Menschen am Tresen. Schöne Aussichten. Und schon ab morgen werd ich wieder Tennis spielen. Die Impfung ist der einzige Weg aus diesem Corona-Desaster. Ein kleiner Piks für mich, ein grosser für die Menschheit.