Per Autostopp um die Welt (57)
Fragwürdiger Tourismus: Südkorea macht mit dem Diktator im Norden das grosse Geschäft

Thomas Schlittler reist diese Woche von Seoul (Südkorea) nach Gangneung (Südkorea). Er macht dabei Bekanntschaft mit der Demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea. Er stört sich daran, dass die Südkoreaner mit Merchandise-Artikeln von diesem Ort viel Geld verdienen wollen.

Thomas Schlittler
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Per Autostopp um die Welt (57)
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Die Demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea ist voll auf die Bedürfnisse des Massentourismus zugeschnitten
Die Besucherzentren unterscheiden sind genau gleich wie bei allen anderen Sehenswürdigkeiten - nur bieten sie weniger Informationen
DIrekt neben dem Stacheldraht steht der Souvenirshop
Dort gibt es Baseballmützen ...
... Tassen ...
... und Kugelschreiber mit der Aufschrift 'Demilitarisierte Zone' zu kaufen
Zu sehen gibt es nicht allzu viel_Eine Zugbrücke und daneben eine alte Lokomotive, ...
... die von den Nordkoreanern unter Beschuss geraten sein soll
Noch weniger zu sehen gibt es auf dieser Aussichtsplattform
Nach einem Blick durchs Fernglas ist man genau gleich schlau wie davor. Aber Hauptsache die Leute werfen Münzen herein um nach Nordkorea zu blicken
Es ist auf den ersten Blick zu erkennen_Eine völlig andere Welt (Achtung, Ironie!)

Per Autostopp um die Welt (57)

Keystone/AP/Thomas Schlittler

«Kim Jong-un ist klein und übergewichtig. Ich gehe nicht davon aus, dass er sehr alt werden wird», sagt Tourguide Dave gut gelaunt ins Mikrofon. Ihn interessiere deshalb vor allem, was nach dem aktuellen nordkoreanischen Diktator komme. «Denn das mit dem Kinder zeugen scheint er ja auch nicht hinzukriegen», schiebt der junge Südkoreaner spöttisch nach.
Einige der rund 60 Tour-Teilnehmer amüsieren sich köstlich über das Diktatoren-Bashing, bei anderen trifft Daves Humor auf weniger Anklang. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass einige seiner Aussagen zumindest umstritten sind - Kim Jong-un soll über 1.75 Meter gross sein und eine Tochter haben. Mich erinnert Dave mit seiner Performance an amerikanische Politiker: charmant, selbstsicher, witzig und wortgewandt – aber mit wenig Inhalt.
Wir sind auf dem Weg in die Demilitarisierte Zone (DMZ), den vier Kilometer breiten Grenzstreifen, der Nord- und Südkorea trennt. Die DMZ ist mehr als eine explosive Grenze. Sie trennt ein Volk, das eigentlich zusammengehört, und ist das sichtbarste Überbleibsel des Kalten Krieges: Hier K-Pop, Karaoke und Konsumgeilheit, dort Kommunismus, Konformität und Kommunikationssperre.

Von Seoul nach Chuncheon_Seit zwei Wochen ist meine Freundin Lea zu Besuch. Nach einer Woche in Seoul ist Chan Hueng Tek unser erster Fahrer
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Von Chuncheon nach Ungjilli_Nach dem eher extrovertierten Chan Hueng Tek laden uns diese beiden wortkargen Herren bei einem wunderschönen Stausee ab
Von Ungjilli nach Yanggu_Nach einer Nacht im Zelt müssen wir keine Minute den Daumen heraushalten und schon bringen uns Jung Pu und Pun Shia ins nächste Dorf
Von Yanggu nach Changni_Der spannendste Fahrgast ist nicht im Bild_Ue Jongs Frau hat einen kleinen Hund auf dem Schoss, der kaum grösser ist als meine Kamera
Von Changni nach Sokcho_Kim Jong Ho hat ein tolles Verlegenheitslachen, wenn er etwas nicht versteht (und das ist fast immer der Fall, wenn wir etwas sagen ...)
Von Sokcho nach Jeonjilli_Chun Pil hat ein Foto von seinen zwei Kindern im Auto.Als wir darauf zeigen,schaut er verwirrt aus dem Auto und macht fast einen Unfall
Von Jeonjilli nach Gangneung_Ein Raser_Einmal zeigt sein Tacho 192 km pro Stunde an
Von Gangneung nach Jeodong auf Ulleungdo Insel_Mit der Fähre geht es auf eine kleine Insel, die uns ein Kumpel empfohlen hat
Von Jeodong nach Dodong_Stöppeln tun wir auch dort. Mit grandioser Erfolgsquote_Kaum ein Auto, das an uns vorbeifährt
Von Dodong nach Namyang_Auch Familie Kim hält an. Der 6-jährige Sohn sagt uns zur Begrüssung_'Hello, see you tomorrow'
Von Namyang nach Hyenpo_Mit diesem Handwerker kommen wir dann fast 15km. Das ist eine grosse Strecke auf dieser kleinen Insel
Wir hätten uns keinen besseren Start wünschen können_Als wir ihm sagen, dass wir campen wollen, deckt er uns mit Lebensmitteln ein
Von Hyenpo nach Chusan_Der nächste Fahrer zeigt uns dann einen Platz, an dem wir campen können. Aufs Foto will er aber nicht. Es sei ihm verziehen!
Von Chusan nach Hyenpo_Die Frau vorne links ist legendär_So eine geschäftige, (über-)engagierte ältere Lady. Grosses Kino!
Von Hyenpo nach Taeha_Er fährt uns dann ein paar hundert Meter zu einer Zahnradbahn (oder so etwas ähnlichem)
Von Taeha nach Jeodong_Diese drei Herren sind schon Freunde seit High-School-Zeiten - und sie wollen es auch im Altersheim noch sein, sagen sie uns
Von Jeodong auf Ulleungdo Insel nach Gangneung_Danach geht es mit der Fähre wieder zurück aufs Festland. Der Ausflug hat sich definitiv gelohnt

Von Seoul nach Chuncheon_Seit zwei Wochen ist meine Freundin Lea zu Besuch. Nach einer Woche in Seoul ist Chan Hueng Tek unser erster Fahrer

Thomas Schlittler
Nach fast zehn Tagen im faszinierenden Seoul geht es ins Landesinnere
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Dabei entdecken wir_Südkorea hat auch landschaftlich einiges zu bieten
Wir finden einen wunderschönen Platz zum Zelten direkt an einem Stausee
Als wir uns am nächsten Morgen auf die Socken machen, laden uns diese Fischer, die an einem anderen Ort campieren, zum BBQ ein
Essen ist auch sonst immer ein Thema. Es überzeugt uns nicht alles. Aber diese zwei Menüs haben uns geschmeckt ...
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Es gibt übrigens zahlreiche Restaurants in Südkorea, in denen man beim Essen ganz traditionell am Boden sitzt
In der Küstenstadt Gangneung entdecken wir dann, dass Südkorea auch wunderschöne Strände zu bieten hat
Und schliesslich erkunden wir die wunderschöne kleine Insel Ulleungdo
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Hier finden wir zwar keinen Sandstrand, aber trotzdem einen tollen Platz zum Zelten
Und genügend Holz für ein Lagerfeuer liegt auch herum

Nach fast zehn Tagen im faszinierenden Seoul geht es ins Landesinnere

Thomas Schlittler

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