Glosse
Endlich ruhiger schlafen! Die beste Armee ist bald auch in der Nacht parat

Manchen Mitbürgern fällt es schwer, abends abzuschalten und ruhig einzuschlafen. Der Grund ist verständlich: Unsere Armee schläft ebenfalls.

Stefan Schmid
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Soldat der Schweizer Armee (Archiv).

Soldat der Schweizer Armee (Archiv).

Keystone

Niemand ist auf der Hut, um uns vor einer hinterhältigen Luft-Attacke des bösen Feindes zu schützen.

Nur zu Bürozeiten, von Montag bis Freitag, baut die beste Armee der Welt ihr Abwehrdispositiv über uns auf.

Doch Besserung ist in Sicht: Ab 1. Januar 2016 verlängert unsere Luftwaffe ihren Dienst. Neu sind zwei F/A-18-Kampfjets von Montag bis Freitag während 50 Wochen nicht mehr nur zu Bürozeiten, sondern von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends innert 15 Minuten startklar.

Jeder Eindringling, der sich unberechtigterweise in unserem Luftraum aufhält, wird sofort verfolgt, abgedrängt und

im Notfall abgeschossen. Knallhart und ohne Mitleid. Wer Böses im Schilde führt, muss also früh aufstehen, erst nach Feierabend über uns herfallen oder am Wochenende kommen.

Doch auch diese Fenster schliessen sich demnächst, wie uns das Verteidigungsdepartement in Bern hoch und heilig versichert. Ab 2017 sind die Jets nämlich bereits an 365 Tagen präsent, ab 2019 sogar von 6 bis 22 Uhr.

Und ab 2020 ist definitiv fertig lustig: Der Luftraum wird dann rund um die Uhr geschützt sein. Die beste Armee fährt ihre Krallen aus.

Das Vorhaben ist freilich nicht nur ein gigantisches Abschreckungs-, sondern auch ein schönes Beschäftigungsprogramm. 100 zusätzliche Stellen müssen für den Nachtdienst geschaffen werden.

Kostenpunkt: 30 Millionen Franken jährlich. Dafür können wir endlich wieder ruhig einschlafen.

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