Polemik
Eine milde Gabe für prorussische Miliz

Prorussische Freiwilligenverbände in der Ukraine ersuchen auch im Ausland nach Spenden für ihren «Befreiungskampf». Ein solches Bettel-Schreiben erreichte auch die Redaktion.

Dagmar Heuberger, Fabian Hägler
Dagmar Heuberger, Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Pro-russische Separatisten suchen nach Finanzmitteln im Ausland. (Archiv)

Pro-russische Separatisten suchen nach Finanzmitteln im Ausland. (Archiv)

Keystone

Da kommen einem die Tränen. Aus dem Raum Donezk erreicht uns ein Mail des zweiten motorisierten Infanterie-Bataillons Jenakijewo – einer der zahllosen prorussischen Freiwilligenverbände in der Ostukraine. In gebrochenem Deutsch bittet die Einheit um Sponsoren und Unterstützung. «Wir zufällig in einer Zeit zu leben, wenn die Dunkelheit droht die russische Welt zu verschlingen, mit Füssen treten, zu zerstören das russische Volk», heisst es da.

Aber jetzt kämpfe die Miliz von Novorossija für «Freiheit, Würde, Wahrheit, Glaube, Gerechtigkeit». Doch die Soldaten brauchten dringend Medikamente und Uniformen, «dass in der heutigen Zeit ist sehr schwer zu bekommen».

Wir helfen gerne und tun noch mehr: Wir bestellen für die tapferen Verteidiger Russlands bei der deutschen Bundeswehr 1000 Sturmgewehre G36 und leisten einen echten Beitrag zur Einhaltung der Waffenruhe in der Ostukraine. Das G36 ist nämlich jene Waffe, die sich in Afghanistan bewährt hat, weil sie nicht präzise schiesst, wenn sie zu heiss wird. Und der milden Gabe schicken wir ein Exemplar des Minsker Abkommens hinterher – darin ist die Auflösung der irregulären Freiwilligenverbände vorgesehen.

Aktuelle Nachrichten