F/A-18-Absturz
Die Fragen bleiben die gleichen

Nach dem Absturz des Kampfjets stellt sich die Frage, welche Aufgaben die Schweizer Luftwaffe über den luftpolizeilichen Dienst wahrnehmen soll. Kann die Landesverteidigung auch mit verstärkter internationaler Kooperation sichergestellt werden?

Antonio Fumagalli
Antonio Fumagalli
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Aldo Schellenberg Luftwaffenkommandant.jpg

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Keystone

Das Gute vorneweg: Im Unterschied zu den letzten beiden Unfällen ist beim gestrigen Absturz eines F/A-18-Kampfjets der Schweizer Armee niemand ums Leben gekommen. Der Luftwaffenchef verlieh vor den Medien seiner «grossen Erleichterung» darüber Ausdruck. Seine Mimik sprach freilich eine andere Sprache.

Man merkte: Die Kampfjets sind für die Luftwaffenmitglieder wie Familienangehörige. Ein Verlust trifft sie im Mark.

Angesichts der grösstenteils noch unklaren Unfallursache wäre es voreilig, Schlüsse daraus zu ziehen.

Klar ist: Auch mit den nun verbleibenden 31 F/A-18-Jets und den noch einsetzbaren Tiger F-5 kann der luftpolizeiliche Dienst aufrechterhalten werden.

Die Frage ist vielmehr, welche Aufgaben die Schweizer Luftwaffe darüber hinaus wahrnehmen soll. Wie lange muss sie im Konfliktfall durchhalten können? Kann die Landesverteidigung auch mit verstärkter internationaler Kooperation sichergestellt werden?

Mit dem Nein zum finanz- und sicherheitspolitisch umstrittenen Gripen-Kauf vor anderthalb Jahren hat das Stimmvolk zwar eine erste, aber keine abschliessende Antwort dazu gegeben.

Es ist nun an Bundesrat und Parlament, die offenen Fragen baldmöglichst anzugehen. Zwar haben diese mit dem gestrigen Absturz direkt nichts zu tun, mit jedem Flugzeug-Verlust gewinnen sie jedoch an Dringlichkeit.

antonio.fumagalli@azmedien.ch

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