Polemik
Die Ethiker und die Panama-Papiere

Die «Panama-Papiere», die Anfang Woche publiziert wurden, zeigen eines: Es ist äusserst gefährlich, wenn man zu stark den Saubermann geben will.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Das Lächeln ist ihm unterdessen vergangen: Sigmundur David Gunnlaugsson, ehemaliger Ministerpräsident von Island.

Das Lächeln ist ihm unterdessen vergangen: Sigmundur David Gunnlaugsson, ehemaliger Ministerpräsident von Island.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Dies betrifft nicht nur den isländischen Ministerpräsidenten Sigmundur David Gunnlaugsson, der ein Aktienpaket an Islands Grossbanken versteckte. Oder den neuen Fifa-Präsident Gianni Infantino, der in seiner Zeit bei der Uefa einen fragwürdigen Vertrag unterzeichnet haben soll. Sondern auch Juan Pedro Damiani, der seit 2006 in der Ethikkommission der Fifa sitzt. Nun ist der Uruguayer selbst Gegenstand von Untersuchungen geworden. Ihm sind offenbar Geschäftsverbindungen mit Personen nachgewiesen worden, die im Fifa-Korruptionsskandal angeklagt wurden. Kein Wunder, ist er zurückgetreten.

Auch Gonzalo Delaveau, Chef des chilenischen Ablegers von Transparency International, ist so ein Fall. Ausgerechnet derjenige, der sich für mehr Transparenz in der Wirtschaft einsetzen soll, wird mit fünf Briefkastenfirmen in Verbindung gebracht. Illegales wird ihm nicht zur Last gelegt. Doch von einem Vorbild an Transparenz zu sprechen, wäre hier leicht übertrieben.

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