Die Welt ist eine Scheibe
Alle Augen auf den neuen Superstar

Mit Damien Brunner kehrt der beste Schweizer Eishockey-Stürmer in die NLA zurück.

Marcel Kuchta
Marcel Kuchta
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Damien Brunner, Neuzugang des HC Lugano, zusammen mit Club-Präsidentin Vicky Mantegazza.

Damien Brunner, Neuzugang des HC Lugano, zusammen mit Club-Präsidentin Vicky Mantegazza.

Keystone

Damien Brunner hat seine Zelte in Nordamerika in der vergangenen Woche abgebrochen. Der NHL-Traum des Schweizers ist auf unsanfte Art und Weise zu Ende gegangen. Seine Liaison mit den New Jersey Devils entpuppte sich schliesslich als zwar lukrativ, aber auch als grosses Missverständnis. Freigeist Brunner hatte bei der konformistisch geführten Organisation vor den Toren New Yorks von Anfang an einen schweren Stand.

Dass er nun kapituliert hat und vorzeitig in die Schweiz zum HC Lugano zurückgekehrt ist, stiess nicht nur auf Verständnis, sondern sorgte auch für Kopfschütteln. «Typisch Schweizer, der am ersten ernsthaften Widerstand scheitert», sagen seine Kritiker, die auch monieren, dass er nicht versucht hat, in der russischen KHL Fuss zu fassen.

Den grössten Fehler hat Damien Brunner (und sein Agent) begangen, als er im Sommer 2013 in einem Anflug von Selbstüberschätzung ein Angebot der Detroit Red Wings, wo er seine NHL-Karriere begann und glücklich war, abgelehnt hat und schliesslich die Offerte der Devils annehmen musste. Dieser Fauxpas hat ihn letztlich seine NHL-Karriere gekostet. Schade für einen Spieler, der unter den richtigen Umständen eine schöne Laufbahn in der besten Liga der Welt hätte machen können.

Dass er nun wieder in die Schweiz zurückgekehrt ist, ist verständlich. Brunner hatte schlicht keine Lust mehr, noch einmal das Risiko einzugehen, an einem Ort zu landen, wo man seine Qualitäten nicht richtig einzuschätzen weiss. Beim HC Lugano stimmt nicht nur der Lohn. Er weiss auch, dass Trainer Patrick Fischer auf ihn setzt. Und er ist wieder in der Nähe seiner Freundin, seiner Freunde und seiner Familie. So selbstbewusst und fast überheblich Damien Brunner bisweilen wirkt: Er ist auch überaus sensibel und kann nur funktionieren, wenn sein Umfeld intakt ist.

Klar ist auch, dass er jetzt mit einem neuen Phänomen konfrontiert wird: Brunner ist nun der bestverdienende Schweizer Spieler in der NLA, die Erwartungen sind entsprechend gross. Er muss von Anfang an zeigen, dass er nichts von seiner Klasse eingebüsst hat. Alle Augen werden auf ihn gerichtet sein.

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