Uhrenindustrie
Sturmwarnung

Die Uhrenbranche stockt. Darunter leidet die Solothurner Industrie, wie ein Beispiel aus Grenchen zeigt.

Franz Schaible
Franz Schaible
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Die Exporte der Uhrenindustrie sind markant zurückgegangen. (Symbolbild)

Die Exporte der Uhrenindustrie sind markant zurückgegangen. (Symbolbild)

Keystone/STEFAN MEYER

Kaum eine Branche in der Schweiz muss derzeit so untendurch wie die Uhrenindustrie. Jeden Monat wird uns vom Branchenverband fein säuberlich mit Statistiken vor Augen geführt, wie die Verkäufe von Schweizer Zeitmessern ins Ausland schmelzen und schmelzen. Auch im Oktober ging der Umsatz zurück – den 16. Monat in Folge.

Nicht nur der starke Franken oder die Konkurrenz durch Smartwatches bringen die hiesigen Produzenten unter Druck, sondern auch politische und wirtschaftliche Veränderungen in Asien, dem grössten Uhrenabsatzmarkt. Die dortigen Zuckungen spülen umgehend hohe Wellen bis nach Europa, bis in die Schweiz und bis in unsere Region.

Das zeigt das Beispiel der mittelständischen Uhrenfirma Titoni in Grenchen. Sie verkauft rund 80 Prozent ihrer Uhren in Asien. Umsatz und Ertrag brechen markant ein.

Titoni ist beileibe kein Einzelfall und die im Solothurnischen stark vertretenen Zulieferer von Uhren-Präzisionsteilen sind vom Absatzloch ebenso betroffen. Darunter gibt es Solche, bei denen das Geschäft mit der Uhrenbranche regelrecht zusammengebrochen ist.

Wie sich die Situation entwickeln wird, kann niemand voraussagen. Dagegen steht fest: Sollte es in absehbarer Zeit nicht zu einer Gegenbewegung kommen, dann wartet auf die Solothurner Industrie viel Ungemütliches.

Mit den bestehenden Überkapazitäten wird der Schritt zu Kurzarbeit und Arbeitsplatzabbau kurz. Das wissen auch die Uhrenpatrons. Die Aussage von Titoni-Chef Daniel Schluep – «oberstes Ziel ist die langfristige Sicherung der Firma» – ist keine Worthülse. Dies muss so sein, um dem Sturm zu trotzen.

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