Persönlich
Geniesse gefälligst den Sommer!

Was sollen die vielen blödsinnigen Tipps, wie ich den Sommer zu geniessen habe?

Alois Winiger
Alois Winiger
Drucken
Teilen
So beliebt sie auch ist - die Badi kann nicht jedermann locken.

So beliebt sie auch ist - die Badi kann nicht jedermann locken.

archiv

Seltsam, im Nebel zu wandern . . .» Sie werden sich fragen: Wie kommt einer dazu, jetzt bei wolkenlosem Himmel und Temperaturen über
30 Grad, den Anfang jenes berühmten Gedichts von Hermann Hesse zu bemühen? Ganz einfach, weil ich einen Gegenpol setzen will. Denn bisweilen muss ich schmunzeln über die überschwänglichen Lobgesänge auf dieses doch so wunderbare, herrliche Sommerwetter.

Ja, es ist wirklich schön, da gibts nichts zu rütteln. Aber muss ich mich deswegen von überall her, sei es gedruckt, gesprochen oder in Bildern, zudecken lassen mit unzähligen und zum Teil blödsinnigen Tipps, wie ich diese heissen Sommertage zu verbringen habe? So unter dem Motto: Jetzt geniesst Du es gefälligst! Immerhin kann ich diesen Ratschlägen noch irgendwie ausweichen. Schwieriger wirds, wenn ich erklären muss, warum es mir keinen Spass macht, in die Badi zu gehen. Und warum ich mich nicht von der Sonne bräunen lasse, um Komplimente zu bekommen.

Kopfschütteln ernte ich ferner, wenn ich es vorziehe, zur Mittagszeit im kühlen Schatten eines Baumes ein Sandwich zu geniessen, statt mich in eine lärmige Gartenbeiz zu setzen. Viele Mitmenschen können meine Reaktion nicht verstehen, einige empfinden sie als ungeheuerlich, wenn nicht sogar als eine Beleidigung des Sommers.

Haha! Wartet nur, es wird wieder November, da werden wieder Nebel aufziehen und alle Sonnenanbeter werden jammern. Ich dagegen werde loswandern durch den Nebel, es dabei allerdings nicht wie Hesse für «seltsam» halten. Sondern für herrlich.

@ alois.winiger@azmedien.ch

Aktuelle Nachrichten