Spitex-Fusion
Das war eine Zangengeburt

Die Gemeindevertreter der bisherigen Spitexorganisationen Aare Nord und Bucheggberg sprachen sich einstimmig für die Fusion zur Spitex Aare aus.

Urs Byland
Urs Byland
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Bei der Spitex haben mehrere Gemeinden zusammengespannt. (Themenbild)

Bei der Spitex haben mehrere Gemeinden zusammengespannt. (Themenbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Sogar den Spatzen und Meisen wurde er langsam zuwider, dieser Knatsch wegen der Fusion zweier Spitexorganisationen, der sich über zwei Jahre hinzog. Natürlich ist es geografisch nicht sinnvoll, betagte Einwohnerinnen und Einwohner von Selzach bis Schnottwil von einem Standort aus zu betreuen und zu versorgen. Aber es werden nun nicht Spitexfahrzeuge über die Aare von Lebern in den Bucheggberg pendeln und umgekehrt. Beide Bezirke behalten ihre eigenen Stützpunkte. Fusioniert wurde, um Synergien in der Administration zu erzielen, um bessere Möglichkeiten in der Ausbildung zu erhalten und um eine schlankere Personalplanung machen zu können.

Grössere Spitexorganisationen strebt auch der Kanton an. Aber Fragezeichen müssen erlaubt sein. Damit die Betagten so lange zu Hause bleiben können, wie sie es sich wünschen, braucht es eine optimale Zusammenarbeit mit den Klienten und ihren Angehörigen. Es braucht Nähe, Empathie und Vertrauen. Bei einer zu grossen, unpersönlichen Organisation sind diese Kriterien schwerlich zu erreichen. Da gilt es, die goldige Mitte zwischen Wirtschaftlichkeit und Nähe zu finden.

In einigen Dörfern im Bucheggberg fürchtete man, diese wichtige Nähe zu verlieren. Die beiden alten Spitexvereine pflegen aber schon seit längerer Zeit eine intensive Zusammenarbeit – dank der gemeinsamen Geschäftsführerin. Der entscheidende Ruck kam, als spürbar wurde, dass auch das Spitex-Personal die Fusion wollte. Es hat zustande gebracht, was andernorts auch getan werden muss, aber nicht einfacher sein wird.

Die Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil hat diesen Ruck gespürt und mitgezogen. Die Gemeinde Biezwil, deren Gemeindepräsidentin Rita Mosimann bis vor einem Jahr Geschäftsführerin der Spitex Grenchen war, schaffte es nicht. Die Gründe bleiben bis heute schleierhaft.

urs.byland@chmedia.ch