Abstimmungssonntag
SVP verhilft den Linken zum Sieg

Nicht nur hat die Durchsetzungsinitiative eine krachende Abfuhr erlitten, die Mobilisierung bei Mitte-Links schlägt auch auf alle anderen Abstimmungen durch: Wahlpflichtfächer, Bodeninitiative und auch die Nahrungsmittel-Spekulations-Initiative gehen zugunsten der Linken aus.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Die SVP-Initiative hat die mitte-links Wähler mobilisiert. (Symbolbild)

Die SVP-Initiative hat die mitte-links Wähler mobilisiert. (Symbolbild)

/KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Eine Vorlage hat an diesem Abstimmungswochenende alle anderen überstrahlt. Sowohl in ihrer Bedeutung als auch in der Intensität, mit der sie diskutiert wurde: die Durchsetzungsinitiative (DSI) der SVP. Sie sorgte für eine Mobilisierung bei den Gegnern wie keine andere Abstimmung mehr in Basel-Stadt seit jener über den EWR-Beitritt der Schweiz im Jahr 1992. Und das Resultat? Nicht nur hat die DSI eine krachende Abfuhr erlitten, die Mobilisierung bei Mitte-Links schlägt auch voll auf alle anderen Abstimmungen durch: Wahlpflichtfächer, Bodeninitiative, ja sogar die Nahrungsmittel-Spekulations-Initiative gehen zugunsten der Linken aus.

Einzig bei einer nationalen Vorlage ist das Resultat anders, als die SP es sich gewünscht hatte: bei der zweiten Gotthardröhre. Doch hier sollte man sich nichts vormachen, links heisst eben nicht grün. Das muss die Parteispitze der Sozialdemokraten immer wieder erfahren. Auch ihre Wähler fahren Auto. Das spielt bei Abstimmungen, bei denen es darum geht, ob man nun vom Gundeli an den Marktplatz fahren kann, keine Rolle. Aber wenn es um die Frage geht, ob man die Kinder in den Minivan packen und in die Toscana fahren kann, dann eben schon.

Zwei Argumente dürften den Ausschlag gegeben haben, dass sich die Basler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für die zweite Röhre ausgesprochen haben: die Sicherheit im Tunnel, durch den wohl keiner je gerne gefahren ist. Und zum anderen die Angst, dass ein gesperrter Gotthard der ohnehin schon staugeplagten Region noch mehr stehende Blechkolonnen bringen wird. Aber mit der einen kleinen Niederlage dürften die siegreichen Basler Linken wohl gut leben können.

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