Stadt versus Land
Soll der FC Basel die Baselbieter Polizei besser entschädigen?

Der Kanton Baselland verhandelt mit der Stadt über die Sicherheitskosten bei Heimspielen des FC Basel. Die Baselbieter Polizei soll in Zukunft für ihre Einsätze mehr Entschädigungen erhalten als bisher.

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Polizei im Einsatz beim einen FCB-Heimspiel.

Polizei im Einsatz beim einen FCB-Heimspiel.

Keystone
Simon Tschopp, Redaktor Baselland

Simon Tschopp, Redaktor Baselland

bz Basellandschaftliche Zeitung

Der FC Basel soll für die Sicherheit mehr blechen

So geht’s nicht weiter: Für Einsätze seiner Polizeikräfte muss der Kanton Baselland besser entschädigt werden.

Damit Sie mich richtig verstehen: Ich bin für eine faire Partnerschaft beider Halbkantone und finde es richtig und wichtig, dass sich diese gegenseitig unterstützen – in allen Belangen. Nur so funktioniert eine tragfähige Zusammenarbeit. Diese muss aber korrekt entschädigt werden.

Das ist bei den Sicherheitskosten für Spiele des FC Basels nicht der Fall. Keine Frage, bei einem Match ist die Sicherheit im und um den St. Jakob-Park zu gewährleisten. Dann muss aber der Kanton Baselland für Polizeikräfte, die er zur Verfügung stellt, auch angemessen bezahlt werden. Umgekehrt gilt dasselbe. Einsätze der Baselbieter Polizei auf ausserkantonalem Terrain sind genauso wichtig und wertvoll wie auf eigenem Kantonsgebiet. All diese Kosten dürfen jedoch nicht auf der Allgemeinheit sitzen bleiben, sondern sind verursachergerecht zu tragen. Will heissen: Der FCB muss mehr blechen als bloss ein Drittel des Sicherheitsaufwands pro Spiel. Nicht alles, ist er doch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Region.

Aber eigentlich sollte man über solch hohe Sicherheitskosten von ein paar Millionen Franken jährlich gar nicht reden müssen. Veranstaltungen wie FCB-Spiele, die – im Gegensatz zu anderen Sportanlässen – ein grosses Polizeiaufgebot erfordern, sind zu hinterfragen. Es kann doch nicht sein, dass das als normal angesehen wird. Hier muss der FC Basel ebenfalls stärker in die Pflicht genommen werden. Auch wenn Klubverantwortliche immer wieder erwähnen, das teils inakzeptable Verhalten gewisser Fans sei ein Spiegel der Gesellschaft.

Gerne sehe ich packende Fussballpartien. Aber seit Jahren gehe ich nicht mehr ins Stadion, weil ich mich dort nicht sicher fühlen würde. Jederzeit können Hooligans für eine Eskalation sorgen.

Jonas Hoskyn, Redaktor Basel-Stadt

Jonas Hoskyn, Redaktor Basel-Stadt

Martin Toengi

Kleinliche Forderungen ohne politische Weitsicht

Der Beitrag der Baselbieter Polizei bei Heimspielen im Joggeli ist das Mindeste, was man von einem Partner erwarten kann.

Es gibt keine andere Institution, welche die Grenze zwischen Basel-Stadt und Baselland derart zum Verschwinden bringt wie der FCB. Oberbaselbieter Fussballfans fiebern schliesslich kein bisschen weniger mit als die Lokalpatrioten aus der Stadt mit dem Baslerstab auf den Arm tätowiert. Auch das Stadion könnte geografisch gesehen genauso gut zum Baselbiet zählen. Man darf folglich davon ausgehen, dass auch die unangenehmen Begleiterscheinungen – angefangen beim Verkehr bis hin zu Problemfans – ebenso auf die beiden Kantone verteilt sind.

Entsprechend wäre es nur gerecht, wenn sich die beiden Polizeikorps hälftig um die Sicherheit bei den Heimspielen kümmern würden. Faktisch sind aber jeweils überwiegend Einsatzkräfte aus Basel-Stadt im Einsatz. Die Baselbieter stellen jeweils genau 15 Mitarbeiter kostenfrei zur Verfügung. Das reicht nicht einmal, um den Verkehr zu regeln. Jeder weitere muss aus der Stadtkasse entschädigt werden. Unter dem Strich ein guter Deal für das Baselbiet.

Nun über ein paar zehntausend Franken diskutieren zu wollen, weil die Finanzen aus dem Gleichgewicht geraten sind, zeugt von wenig Weitsicht. Einerseits wird die oft bemühte Partnerschaft einmal mehr von Baselbieter Seite strapaziert. Andererseits wird damit auch die bewährte Zusammenarbeits-Vereinbarung zwischen der Stadt und dem FCB infrage gestellt. Der Klub hat sich darin bereit erklärt, sich mit einem Beitrag an den Sicherheitskosten zu beteiligen, welcher deutlich über dem liegt, was andere Klubs in der Schweiz zahlen. Nicht zu vergessen, dass durch diese Zusammenarbeit auch weitere Massnahmen wie etwa die Verschärfung des Hooligan-Konkordats gar nicht erst nötig wurden.