Bruderholz-Spital
Es geht um viel mehr als nur ein Spital

Gegen die als «grossen Wurf» gefeierten Pläne zum Umbau des Bruderholz-Spitals formiert sich Widerstand. Die Kritik müssen die Gesundheitsdirektoren beider Basel ernst nehmen.

Bojan Stula
Bojan Stula
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Einmal mehr sorgt die künftige Ausrichtung des Bruderholzspitals für Diskussionen.

Einmal mehr sorgt die künftige Ausrichtung des Bruderholzspitals für Diskussionen.

Walter Brunner / bru

Die Kritik an der beabsichtigten Stilllegung grosser Teile der stationären Versorgung und Umwandlung in eine chirurgische Tagesklinik kommt aus berufenem Munde. Es sind die zuweisenden Hausärzte aus dem Leimental einerseits, ehemalige Bruderholz-Kader anderseits, die infrage stellen, ob die Stilllegung der «modernen medizinisch-technischen Infrastruktur» auf dem Bruderholz und die Zusammenführung dieser Bereiche im Basler Universitätsspital und Kantonsspital Liestal tatsächlich zu Kostenersparnissen und patientengerechter Gesundheitsversorgung führen. Der kühne Wurf der Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger und Thomas Weber könnte zu kühn ausgefallen sein, befürchten die Kritiker.

Keine Frage: Diese Mahnungen müssen von den Planungsstäben in beiden Kantonen ernst genommen werden. Es kann nicht sein, dass bewusst eine künftige Unterversorgung und Bettennot im Unterbaselbiet in Kauf genommen wird, nur um gegenüber der durch ständige Prämienverteuerung gereizten Öffentlichkeit Entschlussfreude zu markieren. Eines sollte man sich aber stets vergegenwärtigen: Es geht nicht nur um die Zukunft eines einzelnen Spitals. Da hängt viel mehr daran. So die für die ganze Nordwestschweiz bedeutende Zukunft der gemeinsamen Spitalgruppe; aber auch die Entwicklung neuer lukrativer Wohngebiete auf dem Bruderholz. Die entsprechenden Planungen müssen weiter vorangetrieben werden, wobei ein auf Anhieb fehlerfreier Strukturwandel wohl ein Ding der Unmöglichkeit sein wird.

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