Kommentar
Es braucht eine Task Force – aber eine unabhängige

Andreas Hirsbrunner
Andreas Hirsbrunner
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Fall Hof Maiberg in Hemmiken
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Die Idylle auf dem Hemmiker Hof Maiberg trügt. Noch längst sind nicht alle Probleme, die von der überfüllten Deponie im Wald oberhalb des Hofs ausgehen, gelöst.
Der Hof von Alfred Suter am Hemmiker Wischberg ist durch die überfüllte Deponie oben im Wald gefährdet. Davon zeugen die Risse an den Gebäuden.
Im Vordergrund der Problemhang zwischen der Deponie am Wischberg und dem 100 Meter weiter unten liegenden Hof Maiberg (Bildmitte) in Hemmiken.
Der stetig rutschende Hang hebt schon bald die Eternitplatten auf Alfred Suters Stalldach.

Fall Hof Maiberg in Hemmiken

Kenneth Nars

Um keine Zweifel entstehen zu lassen: Tierschutz hat einen hohen Stellenwert. Tiere sind ihren Besitzern schutzlos ausgeliefert und es braucht Behörden, die den Besitzern auf die Finger schauen und im Bedarfsfall zugunsten der Tiere durchgreifen. Nie darf dabei aber der Eindruck entstehen, dass der Tierschutz nur ein Vorwand für etwas ganz anderes sein könnte. Genau dieser Eindruck aber verfestigt sich zunehmend im ganzen Fall Wischberg. Jetzt, da sich rund um die Deponie nach fachmännischen Abklärungen genau das bestätigt, was der Bauer Alfred Suter seit Jahren sagt und der Kanton bisher stets bestritt, eröffnet der gleiche Kanton eine neue Front. Und an dieser wird die Tierschutz-Keule immer heftiger geschwungen mit dem Resultat, dass der Bauer nun auch noch seine ökonomische Basis verliert und psychischen Schaden zu nehmen droht.

Fakt ist, dass das einzige Tier, das während der ganzen Tierschutz-Kontroverse gestorben ist, ein Rind war, das eine kantonale, aus dem Ruder gelaufene Kontrolle nicht überlebte. Was folgte, macht ebenfalls stutzig: Der Bauer wollte es genau wissen und liess das Tier an der Uni Zürich sezieren. Man teilte ihm mit, das Rind sei verblutet. Später, nachdem sich der Kanton eingeschaltet hatte, wurde die Todesursache modifiziert. Und das tote Tier wurde aufgrund einer Absprache zwischen Uni und Kanton auch gleich beseitigt. Dabei war der Bauer der Auftraggeber der Untersuchung. Fazit: Ja, es braucht eine Task Force. Aber eine unabhängige, die nicht nur in Suters Stall schaut, sondern vor allem das Gebaren des Kantons untersucht.

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