Finanzkrise
Zehn Jahre Glück gehabt

Tommaso Manzin
Tommaso Manzin
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Vor 10 Jahren nahm die Finanzkrise ihren Lauf. Zunächst köchelte sie in opaken US-Wertschriften vor sich hin. (Symbolbild)

Vor 10 Jahren nahm die Finanzkrise ihren Lauf. Zunächst köchelte sie in opaken US-Wertschriften vor sich hin. (Symbolbild)

Keystone

Vor 10 Jahren nahm die Finanzkrise ihren Lauf. Zunächst köchelte sie in opaken US-Wertschriften vor sich hin. Die Ramschhypotheken darin hinderten die Ratingagenturen nicht daran, ihnen Bestnoten zu verleihen. Sie galten so als wenig riskant und ertragsreich. Die Banken konnten da nicht abseitsstehen. Sie kauften, als gäbe es kein Morgen. Bis der Traum platzte. Zum ersten Mal wurden sich die Staaten bewusst, von ihren Vorzeigeinstituten zum Beistand gezwungen werden zu können, um Schlimmeres abzuwenden.

Das Risiko hat abgenommen, dass der Steuerzahler Banken retten muss. Diese stehen sicherer da, haben Kapital aufgebaut. Aber wohl nicht ganz freiwillig. Wäre es nach den Banken-Chefs gegangen, die Bilanzen hätten sich weiter aufgebläht durch schuldenfinanzierte Käufe, als hätte es die Krise nie gegeben. Zudem sind mit dem Aufbau von Sicherheitspolstern erst 2019 fertig. Die Abwicklung einer internationalen Grossbank über Grenzen hinweg ist Stand heute noch nicht möglich. Krisen haben es an sich, unangemeldet zu kommen. So gesehen hatten wir in den letzten 10 Jahren vor allem eines: Glück.

Gerade wenn aus den USA, von wo die letzte Krise herkam, Signale eines Regulierungsabbaus kommen, darf nicht vergessen werden: Die Bankbilanz unserer beiden Grossbanken ist jede für sich genommen noch immer grösser als die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes. Eine anspruchsvolle Haltung in Sachen Eigenmittel der Banken ist für die Schweiz keine Kür, sondern Pflicht.

tommaso.manzin@azmedien.ch