Fall Dubler
Wohler Ammann suspendiert: Walter Dubler und die drei Affen

Der Aargauer Regierungsrat hat den Wohler Ammann Walter Dubler vorläufig suspendiert. Dieser hat dagegen kein Verständnis für den Entscheid. Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Walter Dubler bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Einwohnerrat.

Walter Dubler bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Einwohnerrat.

André Albrecht

Das Bild drängt sich beinahe auf, um den Fall Dubler zu beschreiben: die drei Affen, die sich mit den Händen die Augen, die Ohren und den Mund zuhalten. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – dies scheint das Motto des Wohler Gemeindeammanns zu sein. Walter Dubler will nicht einsehen, dass er das Vertrauen der lokalen Politik verloren hat, er will die Anklagepunkte der Justiz nicht hören und er will nicht mit den Medien über die Vorwürfe sprechen.

Doch an den Tatsachen kommt Dubler nicht vorbei, so sehr er die Augen und Ohren verschliessen mag: Er wird sich wegen mehrfachen Betrugs und ungetreuer Geschäftsbesorgung vor Gericht verantworten müssen, diverse Wohler Parteien fordern ihn zum Rücktritt auf, die Gemeinderatskollegen wollen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten – und der Regierungsrat hat ihn nun suspendiert. Das hat es im Aargau zuvor noch nie gegeben, doch selbst dieser einmalige Vorgang beeindruckt Dubler nicht.

Er sieht weiterhin kein Fehlverhalten bei sich, keinen Grund für eine Suspendierung und hat kein Verständnis für den Entscheid des Regierungsrates.

Dabei hat die Kantonsregierung richtig gehandelt. Das Gesuch des Wohler Gemeinderates, Dubler zu suspendieren, war ein Hilferuf. Es zeigte, dass keine Vertrauensbasis mehr da ist – innerhalb des Gemeinderats, aber auch gegenüber dem Einwohnerrat. Mit der Suspendierung wird die Blockade gelöst, der Politbetrieb kann wieder funktionieren, und Dubler erhält eine Verschnaufpause.

Er muss am Montag zum Beispiel nicht im Einwohnerrat auftreten, wenn eine Anfrage über seine Spesenbezüge diskutiert wird. Stattdessen könnte er die Zeit für ein Gespräch mit Landammann Urs Hofmann nutzen. Dubler empfahl Hofmann einst als Regierungsrat – und vielleicht könnte der pragmatische SP-Politiker und Jurist ihm die Augen öffnen, wenn Dubler denn auf ihn hört.

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