Polemik
Wir haben ein Ausländer-Problem

Benno Tuchschmid
Benno Tuchschmid
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Die Diskussion um die erleichterte Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation dreht sich um die Grosseltern. (Symbolbild)

Die Diskussion um die erleichterte Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation dreht sich um die Grosseltern. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Wir haben ein Ausländer-Problem. Seit Jahrzehnten diskutieren wir im Zusammenhang mit Ausländern über die negativen Einflüsse der Zuwanderung, Kriminalität, Islamisierung, Arbeitsplatzknappheit. Gleichzeitig ersäuft das Land im Wohlstand. 561 900 Dollar besitzt ein Schweizer im Schnitt, sagt die Credit Suisse. Weltrekord. Unsere Optik hat sich längst verschoben.

Deshalb stimmen wir am 12. Februar über eine Initiative ab, die politisch in Bezug auf Ausländer dem kleinsten gemeinsamen Nenner entspricht. Zugewanderten der dritten Generation soll die Einbürgerung erleichtert werden. Alle Parteien ausser der SVP sind dafür. Damit wir uns richtig verstehen: Wir sprechen von Menschen, deren Grosseltern in die Schweiz kamen. Nicht Eltern. Grosseltern! Um die Abstimmung zu gewinnen, beschwichtigen die Befürworter, es gehe dabei keineswegs um einen Automatismus. Nein, auch der Ausländer, dessen Familie seit drei Generationen in der Schweiz lebt, hat zu beweisen, dass er den roten Pass verdient. Sonst könnte ja jeder kommen. Wahrlich, die Schweiz hat ein Ausländer-Problem.